Aachen: Der Zankapfel Einfahrten ist lange nicht vom Tisch

Aachen: Der Zankapfel Einfahrten ist lange nicht vom Tisch

Das Brander Problemkind Eckenerstraße an der Grenze von Camp Pirotte kommt nicht zur Ruhe. Jedenfalls sehen die Vertreter der dortigen Initiative keinen wesentlichen Fortschritt und wehren sich nach wie vor gegen die Einfahrten zur einstigen Tuchfabrik Chmel, die von der Eckenerstraße abgehen und zu Hallen eines bekannten Aachener Autohauses sowie anderen Gewerbetreibenden führen.

An vorderster Spitze wandte sich der Sprecher der Initiative, Elmar Mertens, erneut gegen die Einschätzung der Verwaltung, mit den gefassten Änderungsbeschlüssen zum Bebauungsplan 828 sei nun endlich die Kuh vom Eis in Sachen Verkehrsberuhigung.

Im Planungsausschuss hatte die zuständige Beigeordnete Gisela Nacken berichtet, dass sich der Eigentümer in einer rechtsverbindlichen Erklärung dazu verpflichtet habe, nur noch Autoverkehre von unter 3,5 Tonnen zuzulassen. Das Problem Ausfahrt Nordstraße ist vom Tisch, sie wird ab Januar 2014 zugemacht. Doch auch die Zeiten, wo sich große Lastwagen durch die Eckenerstraße zwängten, seien bereits länger vorbei, sagt die zuständige Fachverwaltung. Das Problem war unter anderem aufgekommen, weil die rückwärtige Erschließung des Gewerbeparks Brand, alias Camp Pirotte, über das sogenannte Erdbeerfeld auf sich warten lässt.

Der stellvertretende Leiter des Planungsamtes, Martin Fauck, sieht jetzt keine Rechtsgründe mehr, um die Benutzung der Einfahrten in der Eckenerstraße zu verwehren. Fauck: „Es besteht nach unserer Meinung ein Rechtsanspruch des Grundstückseigentümers.“ Doch man habe sich geeinigt, dass nach der Anbindung des Grundstückes im Besitz des Autohauses an die hintere Erschließungsstraße nur noch Verkehre fließen werden, die für ein Wohngebiet unproblematisch sind. Die von dem Autohaus genutzte ehemalige Chmel-Halle sei eben mit ihrer Front zur Eckenerstraße ausgerichtet, begründete Fauck den Kompromiss.

Demgegenüber geht Anwohner-Sprecher Mertens weiterhin davon aus, dass die erteilten Baugenehmigungen nach wie vor rechtswidrig sind. Mertens dazu: Eine „Einschränkung“ der Nutzung über die Festlegung von Lärmimmissionen sei völlig unzureichend und auf Dauer nicht kontrollierbar, kommentiert der streitbare Anästhesist die momentane Lage. Darüber hinaus habe die Verwaltung bereits jüngst vor dem Verwaltungsgericht ihren Prozess verloren. Auch seien die erteilten Genehmigungen, wenden die Bürger weiter ein, nur gültig für den Autohaus-Betreiber, nicht aber für andere Nutzer, und derer gibt es aktuell viele. Das Fazit: „Wir klagen weiter“, kündigt Mertens an.

Mehr von Aachener Nachrichten