Aachen: Der wilde Dschungel wird zur Oase

Aachen: Der wilde Dschungel wird zur Oase

Nicht mehr wiederzuerkennen ist der Skulpturengarten des Ludwig-Forums: Wo bis vor kurzem noch die Pflanzen wie im Dschungel wild wucherten und ein großer Teil des Gartens vollkommen unzugänglich war, laden nun lichtdurchflutete Zonen zum Verweilen ein.

„Park-Zellen” nennen die Gestalter diese kleinen Oasen in dem ehedem unwirtlichen Außengelände des Ludwig-Forums.

Das Berliner Landschaftsarchitektenbüro „atelier le balto”, namentlich Vronique Faucheur, Marc Pouzol und Marc Vatinel - sie studierten alle in Frankreich -, haben den unverhofften Wandel möglich gemacht: verwilderte Fichten und Ligusterhecken hochgeschnitten, Äste abgesägt - kurz: alles gründlich entrümpelt und Flächen unter den Bäumen abgeteilt.

In ganz Europa aktiv

Die Berliner Profis haben reichlich Erfahrung besonders in der Gestaltung von museumsnahen Gärten, ihre Handschrift akzentuiert Parks unter anderem in Paris, Lausanne und Berlin. Der Pfiff dabei: „Das Ergebnis soll möglichst pflegeleicht sein”, sagt Marc Pouzol, und nicht etwa eine ganze Gärtnerei beschäftigen, um den schönen Zustand zu erhalten. Die drei Gartenkünstler gehen dabei sehr behutsam vor, sie lassen sich Zeit: Im nächsten Frühjahr ist der nächste Schnitt fällig. Eine Reihe weiterer „Park-Zellen” sind bereits abgesteckt.

Brigitte Franzen, Direktorin des Ludwig-Forums, freut sich, dass der zuvor abgeschlossene Park jetzt wieder für die Bürger zugänglich ist, und sieht darin eine weitere willkommen Öffnung des Hauses nach außen hin. Und die Behörden - wenn es um Bäume und städtisches Gelände geht, will eine ganze Mischpoke von Ämtern, vom Liegenschafts- bis zum Umweltamt, gefragt sein - hätten ganz unkompliziert und reibungslos mitgearbeitet, betont Brigitte Franzen. Selbst die Baumschutzordnungs-Beauftragte hatte nichts einzuwenden.

Auf vier Jahre ist die längst überfällige „Renovierung” des Geländes angelegt. Auch der Parkplatz wird berücksichtigt, der ein Schrankensystem bekommen soll. 300000 Euro wird das Ganze kosten, damit aus dem ehemals zugewucherten Versteck der Drogen-, Prostituierten- und Kleinkriminellen-Szene ein Ort für Feste, Lesungen, Aktionen oder einfach der kurzen Erholung wird.

Das „atelier le balto” stellt sich im Frühsommer 2010 mit seinen Projekten im Rahmen einer Ausstellung im Ludwig-Forum vor. Geplant ist darüber hinaus, Studierende und Lehrende der Architektur und Landschaftsarchitektur sowie „parkophile” Künstler und entsprechende Spezialisten einzuladen, um im Ludwig Forum einen praxisorientierten Dialog zum Thema Kunst im öffentlichen Naturraum zu eröffnen. (eho)

Infos im Internet:

http://www.lebalto.de