Aachen: Der Westpark als Ort der Identifikation

Aachen : Der Westpark als Ort der Identifikation

Der Westpark. An schönen Tagen ein Treffpunkt für unzählige Menschen aus dem Westparkviertel und ganz Aachen. Der Park ist für das Stadtviertel nicht nur ein Park oder ein Treffpunkt, sondern auch Identifikationsort und ein Ort, wo man mit anderen ins Gespräch kommt, wo Integration und Inklusion nicht nur gedacht, sondern auch gelebt werden. Diesem Gefühl will die Ausstellung „Zu Hause im Westpark“ Gesichter geben.

Sechs Bilder sind ab sofort im Fenster des ehemaligen Cafés „Kränzchen“ in der Vaalser Straße 40 zu sehen. Gezeigt werden Menschen, die sich im vergangenen Sommer im Westpark haben fotografieren lassen, Menschen aus Aachen, unterschiedlicher Hautfarbe, unterschiedlichen Alters, mit und ohne Handicap. Die Ausstellung geht zurück auf eine bereits vor einigen Jahren gestartete Initiative des Vereins für Körper- und Mehrfachbehinderte (VKM) unter dem Titel „Wir alle gemeinsam am Westpark“.

Zusammen mit der Bleiberger Fabrik und den Fotografen Tim Ochterbeck, Axel Jansen und Thomas Gerstmann entstanden im vergangenen Jahr Fotos, die Menschen im Westpark und Westparkviertel zeigen, verbunden mit der Frage danach, was für sie Heimat oder eben der VKM ist. Herausgekommen ist ein bunter Einblick in das Westparkviertel: „Dort, wo ich ein Dach über dem Kopf habe. Beim Spielen mit meinen Freunden. Mit dem Fahrrad auf dem Puntrack“, antwortete Theo auf die Frage, was Heimat ist.

Sandra, die zum Team „Bunt“, ebenfalls ein Projekt des VKM, gehört, sagte: „Ich fühle mich beim Team Bunt zu Hause, denn hier sind viele nette Leute. Ich fühle mich hier frei, und was ich sage ist wichtig. Ich fühle mich auch an vielen anderen Stellen dazugehörig, da ich mich jetzt mehr traue, etwas zu sagen.“

Gerade der letzte Satz ist für Gerd Voigt vom VKM wichtig: Der Verein habe es sich zum Ziel gesetzt, Barrieren abzubauen, nicht nur vor der Haustür, sondern auch in den Köpfen. Dazu gehöre auch, dass sich Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderungen Gehör verschafften, dass sie als eigenständige Individuen mit eigener Stimme wahrgenommen werden.

Doch dahin ist es ein langer Weg, nötig sind Schulungen im Bereich der Artikulation und des Selbstbewusstseins. Doch man ist auf einem guten Weg, gerade im Westviertel. Denn der Westpark, und das will auch die Ausstellung zeigen, ist ein Ort, an dem Inklusion gelebt wird. Das sollen die Bilder ausdrücken.