Aachen: Der Trend spricht gegen die Hauptschulen

Aachen : Der Trend spricht gegen die Hauptschulen

In der Schullandschaft setzt sich der deutliche Trend hin zu den Gymnasien und Gesamtschulen und weg von den Haupt- und Realschulen fort. Dies belegen die neuen Anmeldezahlen, die am Donnerstag den Schulpolitikern vorgelegt worden sind und die nun auch das Ende der traditionsreichen Hauptschule Burtscheid besiegeln.

Erwartungsgemäß hat sich der Schulausschuss am Donnerstag im Beisein vieler enttäuschter Lehrer und gegen den Willen der Schulkonferenz in Burtscheid dafür ausgesprochen, die Hauptschule auslaufen zu lassen und zum nächsten Schuljahr keine neuen Schüler mehr aufzunehmen.

Wie schwer ihnen der Entschluss falle, betonten insbesondere die schulpolitischen Sprecher von CDU und SPD, Holger Brantin und Bernd Krott. „Ich habe hohen Respekt davor, was an der Hauptschule geleistet wird“, erklärte Krott, aber das Elternwahlverhalten und die Anmeldezahlen könnten den Fortbestand nicht mehr rechtfertigen. So hatte es zuvor auch Jürgen Rudig seitens der Schulaufsicht dargelegt. Im Regelfall müssten zwei Parallelklassen mit je 24 Schülern gewährleistet sein. Mit 15 Anmeldungen zum neuen Schuljahr werde aber die Mindestgöße wiederholt nicht erreicht. „Das schmerzt unendlich und ist pädagogisch zu bedauern“, erklärte Rudig.

Auch Ulla Griepentrog betonte für die Grünen, dass die Hauptschule Burtscheid kein Qualitätsproblem habe, sondern schlicht Opfer eines gesellschaftlichen Entwicklung sei, die ihrer Meinung nach nicht mehr aufzuhalten ist. Der Trend sei seit Jahren bekannt, erklärte auch Matthias Fischer. Weil immer weniger Eltern die Hauptschule für ihre Kinder wählen, spricht sich die Linke für das baldige Ende aller Hauptschulen aus. Stattdessen müsste in Aachen zügig eine fünfte sechszügige Gesamtschule gegründet werden.

Vorerst aber wird es bei der auslaufenden Schließung der Hauptschule Burtscheid bleiben. Für die aktuelle Schülerschaft soll sich solange nichts ändern, „wie ein ordnungsgemäßer Unterrichtsbetrieb an der Schule fortgeführt werden kann“, heißt es in der Empfehlung, die einstimmig bei einer Enthaltung der FDP-Vertreterin Gretel Opitz verabschiedet wurde. Formal hat der Rat nächste Woche das letzte Wort.

Die künftigen Hauptschüler werden sich in Aachen mit den beiden Angeboten Aretzstraße und Drimborn begnügen müssen

Nicht eben rosig sieht auch die Zukunft für die Alkuin-Realschule aus, die mit gerade mal 15 Anmeldungen in diesem Jahr nur noch eine fünfte Klasse einrichten und damit ebenfalls die erforderliche Zweizügigkeit verfehlt. Wie es für die Schule weitergeht, ist ungewiss. Sie empfiehlt sich selbst als mögliche Aufbaurealschule, die künftig in den höheren Klassen all jene Schüler auffangen könnte, die in anderen Schulformen scheitern. Nicht jedem Schulpolitiker gefällt das Modell. Vor allem in der SPD gibt es große Bedenken, die Gymnasien allzu leicht aus ihrer Verantwortung für ihre Schüler zu entlassen. Einmal angenommenen Schüler sollten mindestens auch bis zu einem Abschluss nach Klasse zehn geführt werden, lautet der Grundgedanke.

Die noch vor nicht allzu langer Zeit geführte Diskussion über die Schließung eines Gymnasiums ist hingegen kein Thema mehr. Angesichts der rund 1200 Kinder, die im neuen Schuljahr auf die Gymnasien wechseln wollen, bleibt der Raumbedarf hoch. Und tendenziell dürfte die Nachfrage durch die Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren noch wachsen. Den größten Andrang hat in diesem Jahr das Inda-Gymnasium zu verkraften, das laut Beschluss des Schulausschusses nun einmalig eine weitere Klasse einrichten darf und damit 185 Schülerinnen und Schüler aufnehmen kann.

Schwer gefragt bleiben auch die Gesamtschulen mit Ausnahme der allzu abseits gelegenen Heinrich-Heine-Gesamtschule in Laurensberg. Wie in den Vorjahren werden die anderen drei jedoch wieder Schüler abweisen müssen. „Die fünfte Gesamtschule bleibt ein Thema“, meint daher auch Bernd Krott mit Blick auf die künftige Schullandschaft.

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