Aachen: Der traditionsreiche Name AachenMünchener verschwindet

Aachen : Der traditionsreiche Name AachenMünchener verschwindet

Die Pressemitteilung ist schwere Kost: Der Versicherungskonzern Generali wolle seine „operative Performance stärken“, heißt es, die „langfristige Wertschöpfung“ soll erhöht werden, zudem ist von einer „Rationalisierung des deutschen Portfolios“ die Rede. Bei den Mitarbeitern der zum Konzern gehörenden AachenMünchener sorgt das für Verunsicherung. Was wird aus ihren Arbeitsplätzen?

Diese Frage kann Stefan Göbel, der Pressesprecher von Generali Deutschland, derzeit auch nicht beantworten. Die Beschäftigten an allen deutschen Standorten, also auch die über 1700 Kollegen in Aachen, sollten am Donnerstag über die Beschlüsse der Konzernzentrale informiert werden. Es gehe um einen Wachstumskurs, betont Göbel, nicht um Rationalisierung. Aber „über einen Stellenabbau kann noch nichts gesagt werden“.

Neue Kernmarke

Klar scheint allerdings, dass der traditionsreiche Name AachenMünchener über kurz oder lang verschwinden dürfte. Die Marke werde in die „Kernmarke Generali überführt“, heißt es in der Pressemitteilung.

Dahinter steht nicht zuletzt eine Änderung in der Vertriebsstruktur. Die Produkte der AachenMünchener werden bislang exklusiv über die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) vertrieben, parallel dazu sei Generali mit ihrem Exklusivvertrieb im selben Markt unterwegs. Das werde nun zu einer größeren Vertriebsorganisation verschmolzen, erklärt Göbel. Im Rahmen des „One Company“-Modells gilt dann die Kernmarke Generali Deutschland.

Generali werde „in absehbarer Zeit AachenMünchener als Marke übernehmen“, erklärt Göbel. Die Mitarbeiter würden dann Teil der Generali Deutschland Services (GDS). Der Dienstleister für den deutschen Teil des Konzerns ist an elf Standorten in Deutschland vertreten, unter anderem auch in Aachen an der Anton-Kurze-Allee unweit des Hangeweihers. Das Direktionsgebäude der AachenMünchener in Aachen erstreckt sich architektonisch spektakulär von der Aureliusstraße über die Borngasse hinweg bis zum Kapuziner Karree.

Der Name ist ein Sammelbegriff für die AachenMünchener Lebensversicherung AG und die AachenMünchener Versicherung AG. Den Grundstein legte David Hansemann im Jahr 1825 mit der Gründung der Aachener Feuer-Versicherungs-Gesellschaft.

Nach dem Zusammenschluss mit der Deutschen Lebens-, Pensions- und Rentenversicherungs-Gesellschaft auf Gegenseitigkeit in Potsdam setzten sich seit den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts Aachen und München im Firmennamen immer stärker durch. Inzwischen befindet sich die Versicherungsgruppe im Besitz der Generali Deutschland Holding AG.

Und der Markenname verschwindet nun im „One Company“-Modell des Unternehmens. Über die Maßnahmen sollen die Mitarbeiter informiert werden. „Das muss ja auch noch mit den Betriebsräten besprochen werden“, sagt Unternehmenssprecher Stefan Göbel.

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