Aachen: Der Süden erhält einen Anschluss an die Datenautobahn

Aachen : Der Süden erhält einen Anschluss an die Datenautobahn

Weiße Flecken auf Landkarten gibt es heutzutage nur noch wenige. Doch auf der Karte, die die Abdeckung mit schnellem Internet zeigt, gibt es sie sehr wohl noch. Diese Lücken zu schließen, das ist das Ziel von Oberbürgermeister Marcel Philipp.

Schnelle Internetverbindungen soll es deshalb jetzt in Zusammenarbeit mit NetAachen auch für die Ortsteile Kornelimünster, Lichtenbusch, Oberforstbach, Schleckheim, Nütheim, Krauthausen und Eich geben.

Insgesamt sollen 7500 Haushalte und 200 Unternehmen mit Übertragungsraten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde ausgestattet und somit an die Datenautobahn angeschlossen werden. „Surfen mit hoher Geschwindigkeit soll Standard werden“, meinte Rita Claßen, Leiterin des Bezirksamts Kornelimünster/Walheim, als die Pläne am gestrigen Montag der Öffentlichkeit vorgestellt wurden.

Laut Oberbürgermeister Marcel Philipp ist Aachen insgesamt ganz gut aufgestellt, was die Datengeschwindigkeiten betrifft. Um aber richtig gut aufgestellt zu sein, gelte es, Versorgungslücken zu schließen. Der Aachener Süden kommt dabei demnächst mit 100 Megabit gut weg. In Aachen liegt die Übertragungsrate sonst im Schnitt bei der Hälfte. Aber auch das sei ausreichend, um verschiedene Nutzer in einem Haushalt zeitgleich bedienen zu können.

Schnelle Internetverbindungen würden gerade auch im Berufsleben immer wichtiger, sagte Philipp. Die würden vielerorts nachgefragt, so beispielsweise im Gewerbegebiet Pascalstraße in Oberforstbach. „Gerade die IT-Firmen freuen sich über schnelle Datenverbindungen“, erklärte der OB. Glasfaserkabel sind laut Roman von der Lohe, Fachbereich für Wirtschaftsförderung und Europäische Angelegenheiten, für viele Firmen ein Kriterium, nach dem sie ihren Standort wählen.

NetAachen hat vor rund sechs Jahren begonnen, das Glasfasernetz für private Kunden in Aachens Innenstadt auszubauen. Die Kabel werden dabei in einem ersten Schritt nur bis zum Bordstein verlegt, bei der letzten Wegstrecke in die Häuser hinein wird auf die bereits vorhandenen Kupferkabel zurückgegriffen.

Aber auch so lassen sich nach Auskunft von Geschäftsführer Andreas Schneider höhere Datenübertragungsraten erzielen. Und 100 Megabit pro Sekunde seien allemal genug, um den derzeitigen Ansprüchen eines Privathaushaltes genügen zu können, meint er. 12.000 Kilometer Glasfaser wurden inzwischen in Aachen verlegt.

1,5 Millionen Euro investiert

Im Laufe des Jahres sollen weitere weiße Flecken in Aachen identifiziert werden. Laut Schneider wird ein Ausbau des Netzes ohne Fördergelder in manchen Fällen aber nicht möglich sein. In den Ausbau des Netzes im Aachener Süden investiert das Unternehmen 1,5 Millionen Euro. Im Sommer sollen die ersten Haushalte über die schnellen Verbindungen verfügen.

Bei der Verlegung der Kabel sollen bereits bestehende Trassen genutzt werden, um die tiefbaubedingten Einschränkungen für die Anwohner zu minimieren. Oberbürgermeister Marcel Philipp seinerseits vertraut auf das Verständnis seitens der Bevölkerung, sollte hier und da doch eine Baustelle notwendig sein.

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