Aachen: Der Stunk aus Köln kommt in die Kappertz-Hölle

Aachen: Der Stunk aus Köln kommt in die Kappertz-Hölle

Peter Kappertz (Saalbau Rothe Erde) hatte ein breites Lächeln auf dem Gesicht, als er jetzt seinen jüngsten Coup der Öffentlichkeit präsentierte: Mit der Kölner Satire-Legende Didi Jünemann (der „Nubbel“ in der Stunk-Sitzung und ewiger Besserwisser in der WDR 2 „Frühstückspause“) an seiner Seite teilte Kappertz den Termin mit, der ihm wohl seit Langem so richtig am Herzen lag und ihm viel Freude bereiten soll.

Denn am 8. September 2018 hat das zwölfköpfige Stunk-Unplugged-Ensemble einen freien Samstag in der Kappertz-Hölle gebucht, ein Umstand, den er den ehemaligen Aachener Strunx-Aktivisten wie Peter Conrads und Veronika Siebert (satirisch aktiv bei „Ein Teller Buntes“) zu verdanken hat. Denn die beiden ehemaligen Strunxler kennen natürlich die Aktiven jener Kölner Veranstaltung, die vor beinahe 30 Jahren das satirische Vorbild des Aachener Alternativ-Karnevals war: die Kölner Stunk-Sitzung.

Sketche aus 35 Jahren

Diese ist heute immer noch eine blühende Veranstaltung mit Sitzungspräsidentin Biggi Wanninger, während in Aachen nach durchaus ebenso erfolgreichen 22 Jahren Auftritten in der Kappertz-Hölle die Aachener Alternativjecken 2012 einen Schlussstrich zogen. In die so entstandene Strunx-Lücke stieß dann der Kappes-Ball, der allerdings auch von den Aktiven Künstlern her eine etwas andere Klientel in seinen Bann zieht, als es lange Zeit die Öcher Strunxler taten.

So wird man sich im September auf eine feine Mischung aus Satire, Sketchen und einfach aus humorvollem Ulk freuen können, eine Mischung, die dann sowohl die Freunde der Kölner Sitzung wie auch der ehemaligen Aachener Strunx-Veranstaltungen, damals präsentiert von den Moderatoren Manfred Hammers und Rudi Zins in ihren legendären Zebra-Kostümen, befriedigen werden.

Didi Jünemann jedenfalls freute sich wie Bolle, die von ihm geliebte zwölfköpfige Stunk-Unplugged-Kombo in Aachen ankündigen zu können: „Wir spielen Sketche aus einer 35-jährigen Stunk-Geschichte, das ist schon toll“, machte Jünemann Appetit auf das Event.

Näher am Publikum

Als Kabarettist sei es auch mal wieder schön, ohne den ganz großen Bühnen-Apparat zu spielen, wie man ihn für das fast vierstündige Programm im Kölner E-Werk eben brauche. „In den Sälen, wie dieser hier einer ist“, sagte Jünemann im Saalbau Rote Erde, „ist man einfach näher am Publikum. Das ist schön, denn dann bekommt man jede Regung dort mit“, stellte Jünemann fest.

Auch für Schauspieler Christian Rzepka (früher Theater Fliegende Bauten) sind die Auftritte in den Zeiten vor und nach der alles auf den Kopf stellenden fünften Jahreszeit im Rheinland mit dem Kölner Kultensemble einfach eine Freude. „Wir sind das größte Kabarett in unserem Land“, sagt er, aber beide, Jünemann wie Rzepka, spielen immer gerne publikumsnah.

Da passe denn auch die meistens vierköpfige Band um die Stunk-Musiker Josef Piek und Christoph Stupp gut dazu: „Um die Zwei gruppieren sich immer wieder klasse Musiker aus dem Ensemble“, beschrieben die beide Aktiven das nach wie vor funktionierende Sponti-Konzept der Bande um die füllige Präsidentin Biggi Wanninger, die als Trude-Herr-Engelchen selbstredend auch bei den Unplugged-Auftritten der Kölner Stunker eine prächtige Figur abgibt.

Allen Nostalgikern und überzeugten Alternativ-Humoristen dürfte die Veranstaltung gefallen. Karten für den Abend des 8. September im Saalbau Kappertz, Hüttenstraße 45 bis 47, gibt es im Vorverkauf zu 27 Euro (zuzüglich Gebühren) im Kundenservice Medienhaus im Elisenbrunnen am Friedrich-Wilhelm-Platz sowie im Verlagsgebäude an der Dresdener Straße.

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