Aachen: Der Schandfleck Pastorplatz wird aufgehübscht

Aachen : Der Schandfleck Pastorplatz wird aufgehübscht

Drei weniger schöne Orte in der Innenstadt werden aufgehübscht: der Pastorplatz, die Grünanlage Kaiser-Friedrich-Allee und die Mariahilfstraße. Dafür macht sich die Bezirksvertretung Aachen-Mitte stark.

Der Pastorplatz liegt im Ostviertel in der Nähe des Justizzentrums und verbindet den Adalbertsteinweg mit der Oppenhoffallee. Gepflegte Häuser ringsum bieten eine schöne Kulisse. Der Kreisverkehr-Platz selbst aber ist in seinem derzeitig bejammernswerten Zustand ein wahrer Schandfleck (wir berichteten). „Er bietet keinen schönen Anblick“, schilderte Günter Schabram den Bezirksvertretern als Wortführer von fast 200 Bürgern die Situation. „Der Platz macht keinen guten Eindruck für die Stadt.“

Die Anwohner haben beantragt, den Platz zu verschönern. Wenn für einen teuren Umbau die Mittel fehlten, so Schabram, solle der Platz vom Stadtbetrieb zumindest so in Schuss gehalten werden „wie andere Plätze in der Stadt auch“. Dass der Platz „im Moment sehr wenig Aufenthaltsqualität“ (Ralf Otten, CDU) biete, sahen auch die anderen Politiker so. „Da muss etwas geschehen“, ist sich Joachim Moselage (FDP) mit den Kollegen einig. Achim Ferrari von den Grünen wies zudem auf einen historischen Aspekt des Platzes hin, war das Eckhaus Kongress-/Luisenstraße Mitte der 1930er Jahre bei ihren dortigen Verwandten doch die letzte Wohnstätte der Familie von Anne Frank vor ihrer Flucht nach Amsterdam. „Stolpersteine“ im Bürgersteig vor dem Haus erinnern daran.

Einstimmig beauftragte die Bezirksvertretung die Verwaltung, die Aufwertung des Pastorplatzes einschließlich Kostenschätzung zu planen. Die Verwaltung will das noch in diesem Jahr „in Angriff nehmen“.

Wichtige historische Verbindung

Für 670.000 Euro wird die Mariahilfstraße voraussichtlich von Mai bis September erneuert. Von der Alexanderstraße zur Monheimsallee führend sei die Mariahilfstraße als „Hauptverkehrsstraße für Fußgänger eine wichtige historische Verbindung aus der Innenstadt in den Stadtpark, zu den Carolus Thermen und zum Ludwig-Forum“, erläuterte Regina Poth (Abteilungsleiterin Straßenbau) den Plan für die dringend notwendige Erneuerung.

Als einer von zehn geplanten Premiumwegen wird die Mariahilfstraße im Fußwegenetz der Stadt eine noch höhere Bedeutung gewinnen. Sie wird barrierefrei. Zu den vorhandenen zehn Rotdornbäumen werden drei neue gepflanzt; die Baumscheiben werden vergrößert. Für Blinde und Sehbehinderte wird eine Leitlinie aus Rippenplatten angelegt. Sitzgelegenheiten und neue Lampentypen wird es geben.

Die Mariahilfstraße gilt als verkehrsberuhigter Bereich, es darf also nur mit Schrittgeschwindigkeit gefahren werden. Zwei der derzeit 20 Parkplätze fallen weg. Regine Poth machte aufgrund derzeitiger Erfahrungen eigens darauf aufmerksam, dass im verkehrsberuhigten Bereich „alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind und Parken nur auf ausgewiesenen Parkflächen erlaubt ist und nicht da, wo etwas frei ist“.

Verwilderter Grünzug

„Zustimmend zur Kenntnis“ nahm die Bezirksvertretung den Bericht der Verwaltung, wonach der Grünzug der Kaiser-Friedrich-Allee instand gesetzt werden soll. Der 400 Meter lange und 40 Meter breite, arg verwilderte Grünzug mit dem Paubach (wir berichteten) beginnt am Brüsseler Ring und endet an der Yorkstraße, wo der Kaiser-Friedrich-Park beginnt. Park und Grünzug mit dem Tritonenbrunnen sind als Gartendenkmal in die Denkmalliste der Stadt eingetragen. Wie schon 2016 die Aufwertung des Parks macht dieselbe Sponsorin, „ein erfolgreiches Aachener Unternehmen“, auch die Verschönerung des Grünzugs möglich. Die hoch erfreuten Bezirksvertreter waren ob des „bürgerschaftlichen Engagements“ voll des Lobes. Bezirksbürgermeisterin Marianne Conradt wünschte sich „Nachahmungscharakter“.

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