Aachen: „Der Preis ist heiß”: Initiative für fair gehandelte Sportartikel

Aachen: „Der Preis ist heiß”: Initiative für fair gehandelte Sportartikel

Bei der Aktion „Der Preis ist heiß” geht es nicht um besonders billige Angebote. Vielmehr wollen fünf Aachener Sporthändler sich für fair gehandelte Sportartikel einsetzen, auch wenn sie etwas mehr kosten.

Deshalb steht in ihren Geschäften ein Kästchen mit Flyern für eine Kundenumfrage. „Wären Sie bereit, 0,4 Prozent mehr für einen 100-Euro-Schuh zu bezahlen?” heißt es darin. Wer mitmacht, kann mit etwas Glück einen (fair gehandelten) Fußball oder zwei Alemannia-Tickets gewinnen.

Sport Mulack, Sporthaus Gruber, Intersport Drucks, Sport Spezial und Runner Shop hatten sich mit den Aachener Fachleuten für fairen Handel zusammengesetzt, um gemeinsam zu überlegen, was man tun kann. Seit vielen Jahren schon befassen sich Terre des Hommes und das Bündnis Fairhandel mit den Schattenseiten der globalisierten Wirtschaft wie Kinderarbeit, Niedrigstlöhne oder gesundheitsschädliche Arbeitswelten.

„Wenn man sich vorstellt, dass ein Sporttrikot für zwölf Euro zu haben ist, ist das schon verrückt”, erläuterte Jan Salzmann von Terre des Hommes bei einem Pressegespräch. „Baumwolle muss angepflanzt, geerntet und verarbeitet werden, Stoff gewebt, Trikots genäht”. Niedrige Preise gingen auf Kosten der Umwelt und der Menschen, die produzieren. Es werde ein Preisdruck hergestellt auf die Händler, von diesen auf die Importeure und von dort auf die Produzenten.

„Aachener Händler können sich nicht mit den teilweise miserablen Produktionsbedingungen in fernen Ländern identifizieren”, weiß Salzmann. Vielmehr wollten sie gute Qualität bei Waren und Produktionsbedingungen. In einigen Bereichen des Einzelhandels, etwa bei Blumenhändlern, Spielwarenverkäufern oder Steinmetzen seien schon Erfolge erzielt und fair gehandelte Produkte eingeführt worden.

„Wir versuchen, das Problem auf mehreren Ebenen anzugehen: bei den Verbrauchern, im Handel und bei der Kommune, die beispielhaft vorangehen kann”, ergänzte Mona Pursey vom Eine Welt Forum. „Gerade in der Sportindustrie gibt es ja Geld - wieso ist es notwendig, so am Preis herumzukritteln?” fragt sie.

Bei Bällen gibt es schon ein Fairhandels-Label. Es beinhaltet unter anderem Mindestlöhne, keine Kinderarbeit, die Zulassung gewerkschaftsähnlicher Organisationen, feste Preise über zwei Jahre. Sporttextilien und -schuhe gibt es bislang noch nicht fair gehandelt. „Wir empfehlen einstweilen, Sportsachen aus Deutschland oder Ländern mit guten Standards zu kaufen”, rät Salzmann.

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