Aachen: Der Norden bekommt seinen Recyclinghof

Aachen : Der Norden bekommt seinen Recyclinghof

Abfalltechnisch ist der Aachener Norden noch etwas unterentwickelt. Bauschutt, Altmetall oder ausrangierte Fernseher müssen die Laurensberger und Richtericher bislang quer durch die Stadt zu den Recyclinghöfen in Brand oder Eilendorf karren — was eigenes haben sie nicht. Doch nun scheint ein Standort für einen Recyclinghof im Norden gefunden, bis zum Bau dürfte aber noch einige Zeit vergehen.

„Wir brauchen den dringend“, sagte Peter Maier, der operative Betriebsleiter des Aachener Stadtbetriebs, am Dienstag in der Sitzung des Betriebsausschusses, „die Recyclinghöfe im Süden sind extrem belastet.“ Doch im nördlichen Stadtgebiet war lange kein geeigneter Platz zu finden. Nun aber hat man eine Fläche am Rand des Gewerbegebiets Roder Weg in Richterich im Visier. Das Grundstück soll künftig durch die geplante Umgehungsstraße zum Wohngebiet Richtericher Dell erschlossen werden, dort ist auch ein neues Feuerwehrgerätehaus geplant.

Brutto stünden dort 7000 Quadratmeter zur Verfügung, schreibt die Verwaltung in ihrer Vorlage, Netto bliebe aber nur rund die Hälfte davon übrig, weil drei Gasleitungen im Boden den Bauplänen Grenzen setzen. Dieses Fleckchen Erde, verkehrlich gut angebunden an Roermonder und Kohlscheider Straße, müssten sich das Gerätehaus und der Recyclinghof teilen.

Bei den Planungen habe die Feuerwehr Vorrang, erläuterte Maier den Politikern im Ausschuss. Weil die Wehrleute im Fall des Falles flott ausrücken müssen, soll etwa sichergestellt werden, dass nicht ein Rückstau vom Recyclinghof ihre Ausfahrt blockiert. Und so müsse halt zuerst der „konkrete Bedarf“ der Feuerwehr feststehen, erklärte Maier.

Die Vorfahrt für die Wehr verstand CDU-Ratsherr Ferdinand Corsten durchaus, nicht aber, dass die Planungen für den Recyclinghof deshalb in der Warteschleife verharren sollten. „Schlauerweise“ sollte das Planungsamt beides zusammen angehen, empfahl auch Ausschussvorsitzender Michael Servos (SPD).

Die Bedürfnisse der Feuerwehr am Roder Weg sollten flott zu klären sein, meinte der Beigeordnete Markus Kremer. Dass daneben auch die Planungen für einen nördlichen Recyclinghof vorangetrieben werden, will Kremer „im Auge behalten“.

Dafür ist er genau der Richtige: Als Dezernent ist er sowohl für die Feuerwehr als auch für den Stadtbetrieb zuständig.

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