Aachen: Der Müll am Haken kommt in Aachen gut an

Aachen : Der Müll am Haken kommt in Aachen gut an

Seit fünf Monaten nimmt die Stadt Aachen die Gelben Säcke an den Haken. 450 Plastikhaken waren im März an der Trierer Straße, der Jülicher Straße und der Roermonder Straße an Laternenmasten angebracht worden. Im Einzugsgebiet der mit Haken ausgerüsteten Straßen leben rund 4000 Menschen.

Mit den Haken können Anwohner bis zu neun Gelbe Säcke voller Verpackungsmüll an einen einzigen Mast hängen. Die Männer vom Stadtbetrieb pflücken die gebündelten Säcke auf ihrer Tour dann einfach ab. Das wilde Umherfliegen der Gelben Säcke soll so eingedämmt werden. Und das System funktioniert offenbar so gut, dass man bei der Stadt Aachen konkret darüber nachdenkt, das Angebot auszuweiten.

Die Haken verhindern, dass die gelben Säcke bei Sturm durch die Straßen wehen. Im Testgebiet Trierer Straße, Jülicher Straße und Roermonder Straße sammeln die Männer vom Stadtbetrieb die Säcke dann einfach ein. Foto: Michael Jaspers

Einzelheiten stünden allerdings noch nicht fest, teilt Elisa Bresser vom Städteamt mit. Aachen betreibt den Feldversuch mit den „KlikM“-Haken, wie das Klammersystem offiziell heißt, als erste Stadt in Deutschland. Die Idee kommt von den niederländischen Nachbarn, die damit bereits gute Erfahrungen gemacht haben. Das Pilotprojekt sorge durchaus für Aufsehen, sagt Elisa Bresser: „Es haben sich Kommunen gemeldet, die ebenfalls Interesse an dem System haben.“ Im Spätherbst dürfte sich eine Nachfrage in Aachen noch mehr lohnen. Die Stadt hat die Testphase, die ursprünglich nur bis Mitte Juli laufen sollte, nämlich bis in den Herbst hinein verlängert. So will man die Haken auch einem ernsthaften Praxistest unterziehen, wenn es draußen windig und nass ist.

sackmja5 13.08.2018 Gelber Sack, Trierstraße. Foto: Michael Jaspers

Aus der Bevölkerung, berichtet Bresser, gebe es durch die Bank positive Rückmeldungen: „Es haben sich sogar Anwohner aus anderen Bereichen der Stadt gemeldet, die solche Haken auch gerne vor ihrer Haustür hätten.“ Manche hätten selbst Haken angeschafft und an Laternenmasten abgebracht — natürlich in Absprache mit der Stawag, die für die Straßenbeleuchtung und damit auch für die Masten zuständig ist. „Und manche Leute haben sich sogar selbst Haken gebastelt“, sagt Bresser.

Problem mit dem Aufhängesystemen

Ein Problem gibt es mit den praktischen Aufhängesystemen aber doch. „Manche Anwohner hängen die Gelben Säcke viel zu früh raus“, berichtet Bresser aus dem Testgebiet von Trierer Straße, Jülicher Straße und Roermonder Straße. An der Trierer Straße zum Beispiel wurden am Montag die Gelben Säcke abgeholt. Oft kommt es laut Bresser aber vor, dass dann dienstags schon wieder neue Säcke an den Haken hängen. „Und die hängen dann 13 Tage da bis zur nächsten Abholung.“ Das sieht nicht schön aus, stinkt womöglich — und zieht vielleicht auch Tiere an, die die Säcke aufreißen. Und dann fliegt der ganze Verpackungsmüll auch noch in Einzelportionen übers Trottoir — was ja gerade nicht passieren soll.

Wann man den Gelben Sack an die Straße stellen darf, ist — wie so vieles — genau geregelt. Abfallbehälter und Gelbe Säcke dürfen nicht vor 18 Uhr am Vortag der Abholung nach draußen gebracht werden, erläutert Elisa Bresser. Wer’s doch tut, produziert nach offizieller Lesart wilden Müll. Und das ist eine Ordnungswidrigkeit. Wer erwischt wird, muss mit einem Bußgeld rechnen.

Die Anwohner in den Straßen mit den „KlikM“-Haken werden nun mit einem offiziellen städtischen Schreiben noch einmal darauf aufmerksam gemacht, wann die Gelben Säcke frühestens an den Haken dürfen. Keinerlei Gedanken übers Rausstellen müssen sich die Anwohner machen, deren Müll im sogenannten Vollservice abgefahren wird. Dann kommen die Leute vom Stadtbetrieb ins Haus und tragen Tonnen und Säcke eigenhändig raus auf die Straße.

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