Aachen: Der Mieter-Mix stellt die Politiker weitgehend zufrieden

Aachen : Der Mieter-Mix stellt die Politiker weitgehend zufrieden

Das neue Stadtteilzentrum Depot Talstraße, das im Herbst von kulturellen und sozialen Einrichtungen bezogen werden soll, nimmt konkrete Formen an.

Im Hauptausschuss wird die Politik am Mittwoch den Weg ebnen, damit das Haus wie geplant im Januar nächsten Jahres offiziell eröffnet werden kann. Weitgehend beantwortet ist damit auch die Frage, ob überhaupt die nötigen Mieter gefunden werden können.

Inzwischen gebe es für 84 Prozent der Räume feste Mietzusagen, heißt es seitens der Verwaltung. Größter Nutzer wird das Atelierhaus Aachen sein, dessen Künstler ihr bisheriges Domizil an der Süsterfeldstraße verlassen müssen. Auch der Kinderschutzbund hat sich nach langem Zögern entschieden, seine Räume am Kirberichs­hofer Weg zu verlassen und zur Talstraße umzuziehen. Residieren werden dort künftig zudem das Familienbildungswerk des DRK, die Jugendberufshilfe der Stadt, der Mieterschutzverein, das Medienzentrum, die Stadtteilbibliothek Ost, das Jugendzentrum Offene Tür Talstraße, das Stadtteilbüro Aachen-Ost und der Ungarisch-Deutsche Freundeskreis.

Weitere Gespräche mit sozialen und kulturellen Einrichtungen laufen, so dass man inzwischen auch auf Seiten der Politik zuversichtlich ist, auch die noch freien 16 Prozent schnell zu vermieten.

Erträge wird die Stadt mit dem für gut zwölf Millionen Euro hergerichteten ehemaligen Straßenbahndepot dennoch nicht erwirtschaften können. Im Gegenteil: Zunächst muss auch der Zuschuss fürs Atelierhaus um jährlich 40.000 Euro erhöht werden, damit die Künstler überhaupt Miete und Betriebskosten von 7,90 pro Quadratmeter aufbringen können. Wegen dieser Kosten haben sich in der Vergangenheit immer wieder potenzielle Nutzer aus dem Projekt verabschiedet, darunter auch das Schülerlabor der RWTH, das viele dort gerne gesehen hätten.

Dennoch werde das einst geplante Konzept im Wesentlichen erfüllt, heißt es seitens der Politiker, die den Planungen heute mit großer Mehrheit zustimmen wollen. Ungeklärt ist allerdings noch, wer künftig das Depot führen, die Veranstaltungen planen und die Gastronomie betreiben wird, durch die das Haus erst zu einer attraktiven Anlaufstelle für die Menschen im Viertel werden kann. Diese Aufgabe würde die Politik am liebsten in die Hände des Qualifizierungsbetriebs „low tec“ legen, der zugleich jungen Menschen Arbeitsmöglichkeiten geben will. Noch scheitert dies an der nötigen finanziellen Unterstützung.

Und so soll vorerst der städtische Kulturbetrieb zum Träger des Depots ernannt werden. Nadya Bascha, Geschäftsführerin des Atelierhauses, ist als Programmorganisatorin mit im Gespräch. Bespielen könnte sie immerhin eine sogenannte Piazza mit Platz für bis zu 1000 Besucher sowie mehrere kleinere Räume. Aus Lärmschutzgründen müssen Abendveranstaltungen wie Lesungen, Theater oder Konzerte allerdings in aller Regel bis 22 Uhr beendet werden.

Wer den Gastronomiebetrieb übernimmt, ist noch offen. Im Gespräch ist dafür nun auch eine Aachener Großbäckerei. Hauptsache, das Angebot endet nicht mit einer Kaffeemaschine wie im Ludwig Forum, hofft man auf Seiten der Politiker.

Mehr von Aachener Nachrichten