Aachen: Der Malterserkeller soll in Zukunft „brav bleiben”

Aachen: Der Malterserkeller soll in Zukunft „brav bleiben”

Institutionen der Aachener Musikszene führen häufig kein leichtes Leben, auf Musiker- wie auf Veranstalterseite. Alle Jahre wieder dringen Nachrichten von Fast-Schließungen des Jakobshofs, des Franz am Marschiertor oder in diesem Fall des Malteserkellers an des Musikliebhabers hellhöriges Ohr.

In letztem Fall drohte das Aus zum Ende des Monats Juni. „Hintergrund dessen waren andauernde Nachbarschafts-Beschwerden, finanzielle und auch andere, eher persönliche Gründe auf Mieter- und Vermieterseite”, so Vorstandmitglied und Kellnerin Anne Wynands im Gespräch mit den „Nachrichten”. Alles war eigentlich klar: Ab Juli ist „Schicht im Schacht”, Besichtigungstermine mit potenziellen neuen Mietern fanden statt und Abschluss- und Abschieds-Veranstaltungen waren bereits geplant.

Doch der Vorstand, bestehend aus Anne Heyer, Maren Wynands und Uwe Böttcher (Geschäftsführer und Bassist) gab nicht auf, führte zahlreiche Gespräche mit Nachbarn und vor allem mit dem Vermieter und konnte wider Erwarten eine Verlängerung bis zum Jahresende erwirken. Einzige Bedingung: „Brav bleiben”, was auch immer das heißen mag.

Die Sommerpause fällt in diesem Jahr nun ein wenig länger aus als sonst und wenn der Keller dann im September wieder seine Pforten öffnet, geht es los mit der beliebten 120-Minuten-Party, ein lustig klingendes Feier-Format, das vom Publikum gut angenommen wird. Und nach den vorgegebenen zwei Stunden gehen wohl auch alle Gäste anstandslos und zufrieden nach Hause, was wiederum die Nachbarn erfreut, die ab 23 Uhr ihre Nachtruhe genießen dürfen. So kann erfolgreiche Problemlösung aussehen.

Während der Herbstmonate gibt es dann das gewohnte Programm: mittwochs Jazz-Session für alle Spielwütigen, und jeden Monat zwischen einige ausgewählte Acts aus der Aachener und auch der überregionalen (Jazz-) Szene.

„Ambitionierte Jazz-Konzerte in angenehmer Atmosphäre”, so lässt sich das Hauptanliegen der Akteure auf den Punkt bringen.

Wie der Name „Malteserkeller e.V.” verrät, handelt es sich um einen Verein, der vom Engagement der Mitglieder lebt. Und eben diese haben sich vergangenen Sonntag getroffen, um gemeinsam die erkämpfte Verlängerung zu feiern. Bei Kaffee und Kuchen und Musik von „Moritz” informierten der Vorstand und die Mitglieder über den aktuellen Stand der Verhandlungen und das anstehende Programm.

Zudem wurde die Gelegenheit genutzt, den gesamten Verein noch einmal zusammenzutrommeln und sich über das Fortbestehen der langjährig etablierten Adresse zu freuen.

Vorstand hofft auf Fortsetzung

Was im nächsten Jahr passiert, steht noch in den Sternen, der Vorstand ist optimistisch und setzt sich weiter für die Fortsetzung des Stück Kulturguts in der Malteserstraße 14 ein. Gibt es doch kaum eine Aachener Jazz-Formation, die nicht schon im Keller gespielt hat.

Nun denn, Freunde der Jazz-Musik, auf zu neuen, alten Ufern. Der Malteserkeller freut sich über jede Form der Unterstützung und Aufmerksamkeit, von Musikliebhabern, Musikern, Durstigen oder auch Sonnen-Allergikern. Mitgliedsanträge, aktuelles und bisheriges Programm sowie weitere Informationen finden sich im Netz.

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