Aachen: Der Lousberglauf gleicht einem großen Stadtfest

Aachen : Der Lousberglauf gleicht einem großen Stadtfest

Einmal im Jahr regt sich ein seltsamer Drang in den Beinen von genau 2000 lauffreudigen Aachenern. Dann nämlich, wenn sie alle fast gleichzeitig zum Rütscher Park aufbrechen, um schon vor Beginn des Laufs auf den „Teufelsberg“ die besondere Atmosphäre zu spüren.

Auch am Mittwoch, bei der inzwischen 29. Ausführung des Lousberglaufs, fanden sich die Läufergruppen schon lange vor dem Startschuss ein, um sich gemeinsam auf die 5555 Meter lange Strecke vorzubereiten.

Ausgefallene Kostüme stehen beim Lousberglauf auf der Tagesordnung.

Als verbindendes Element zwischen der Fachhochschule und der RWTH Aachen und ebenso als Treffpunkt für Ehemalige versteht auch Matthias Wilhelm den Lousberglauf. Seit Jahren ist er als Hauptkoordinator der benachbarten Wohntürme eine treibende Kraft im Organisationsgetriebe, auch wenn es zusehends schwieriger werde, die notwendigen Ehrenamtlichen zusammenzutrommeln. „Dennoch gibt es hier kaum einen Bereich, in dem nicht jemand aus den Türmen mit anpackt“, erklärte er.

© : dmp / Heute Dienstag 03. Juli 2018; 2018-07-03; Lousberglauf 5555 Meter.

Es sei beinahe eine Art Stadtfest am Lousberg, was hier jeweils stattfinde, meinte der Leiter des Hochschulsportzentrums, Peter Lynen. „Jeder, der hier studiert, möchte einmal bei diesem Lauf mit dabei gewesen sein — und manche laufen sogar in Kostümen den Berg hoch.“

© : dmp / Heute Dienstag 03. Juli 2018; 2018-07-03; Lousberglauf 5555 Meter.

Mussa Hudrog nicht angetreten

Diese entspannte Atmosphäre und die vielen Teams, die gemeinsam antreten, machten diesen Lauf zudem zu einer guten Möglichkeit, neue Leute kennenzulernen, zeigte sich FH-Prorektor Michael Wulf überzeugt.

Für die ambitionierten Läufer, die vorneweg starteten, war für Plaudereien und Kostüme zumindest während des Laufs keine Zeit. Weil Vorjahressieger Mussa Hudrog nicht angetreten war, war der diesjährige Lousberglauf auch in sportlicher Hinsicht bisweilen spannender, als manche der bisherigen Ausführungen.

So kam diesmal nach 17 Minuten und 58 Sekunden Martin Heuschen als Erster ins Ziel, gefolgt von Yannic Stollenwerk (18:11.5) und Markus Schweikert (18:11.6) bei den Männern. Unter den Frauen war Julia Kümpers mit 20 Minuten und 38 Sekunden am schnellsten, gefolgt von Kristina Ziemons (21:22.7) und Melinda Schröder (21:47.7).

Für die meisten unter den 2000 Läufern ging es aber vor allem um die sportliche Betätigung mit Freunden, Kollegen und Kommilitonen. „Studieren ist ja meist eine sitzende Tätigkeit, und da ist es auch unter gesundheitlichen Aspekten ganz sinnvoll, sich zwischendurch ein wenig zu bewegen“, bemerkte RWTH-Prorektor Rudolph Mathar beim Start des Laufs.

Doch ob es wirklich allein der Bewegungsdrang ist, oder ob der Teufel selbst die Läufer da alljährlich auf seinen Berg lockt, wird man wohl nie erfahren.