Aachen: Der Kulturverein KuKuK kann Insolvenz noch abwenden

Aachen: Der Kulturverein KuKuK kann Insolvenz noch abwenden

In Zeiten weitgehend leerer öffentlicher Kassen wird für die Kulturszene das Überleben immer schwerer. Dies hat jetzt auch der deutsch-belgische Kulturverein KuKuk (Kunst und Kultur im Köpfchen) zu spüren bekommen, der offenbar nur knapp der Zahlungsunfähigkeit entgangen ist.

Wie Vorstandsmitglied Michael Zobel auf Anfrage bestätigte, ist am gestrigen Freitag ein vor zehn Tagen gestellter vorläufiger Insolvenzantrag wieder zurückgezogen worden.

Der Verein sei wild entschlossen, seine Arbeit fortzusetzen, betont Zobel, allerdings müsse das bisherige Konzept grundlegend überarbeitet werden. KuKuK wolle im kommenden Jahr verstärkt auf das große Engagement ehrenamtlicher Unterstützer setzen. „Dieser Standort ist uns sehr wichtig, er soll weiter bestehen“, bekräftigt Zobel.

Seit 2002 residiert KuKuK in den ehemaligen Zollhäuschen am Grenzübergang Köpfchen. Bereits zwei Jahre zuvor gab es dort die ersten Kunstaktionen, die bis heute immer wieder für Überraschungen gut sind und zahlreiche Interessierte anlocken oder Vorbeifahrende neugierig machen. Ausstellungen, Lesungen, Theater, Konzerte aber auch waldpädagogische Programme gehören zum vielfältigen Angebot, das der Verein mit Rückendeckung seiner rund 130 Mitglieder und vieler Sponsoren auf die Beine stellt. Auch ein Café wird von Besuchern und Spaziergängern gerne genutzt.

Ohne öffentliche Unterstützung wäre das trotz des ehrenamtlichen Engagements kaum zu stemmen, doch die Mittel werden seit geraumer Zeit zusammengestrichen. So sind Interreg-Gelder bereits ganz weggefallen, Zuschüsse der Gemeinde Raeren und der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens wurden zurückgefahren.

Um in dieser Gemengelage rechtlich auf der sicheren Seite zu sein, hat der Vorstand vor einigen Tagen einen Insolvenzantrag gestellt, der nun aber doch noch zurückgezogen werden konnte — unter anderem, weil Sponsoren eingesprungen sind. Zu den Förderern des Vereins gehört auch die Stadt Aachen, die Sparkasse Aachen und die Stawag.

Einstweilen gibt es also weiter Kultur im und mit Köpfchen. Weitere Unterstützer werden jedoch dringend gesucht, betont Zobel. Und auch die Vereinsmitglieder müssen im neuen Jahr vielleicht einen etwas höheren Jahresbeitrag als die bisherigen 40 Euro bezahlen.

Mehr von Aachener Nachrichten