Aachen: „Der Kontrabass“: Der Hinterbänkler haut so richtig drauf

Aachen : „Der Kontrabass“: Der Hinterbänkler haut so richtig drauf

Da steht der Hinterbänkler — wütend, verzweifelt und in Hassliebe verstrickt zu seinem mächtigen Instrument, von dem er nicht loskommt. Das sperrige Ding macht seine Wohnung eng, verdüstert sie sogar — jedenfalls meint das der namenlose Bassist, der sich in ständiger Aufregung befindet.

Die Orchester-Hierarchie verweist den Musiker nach ganz unten, was dessen Selbstverständnis natürlich nicht gerade stärkt.

Patrick Süskind, der mit dem Roman „Das Parfüm“ weltweit bekannt wurde, legte die Monolog-Raserei zunächst als Erzählung an, doch auf der Bühne kann sich der frustrierte Bassist noch intensiver quälen. Der Schauspieler Mario Thomanek, im Das Da Theater nicht mehr zu entbehren, zeigt bereits in der grandiosen Presseprobe, dass er der Gestalt des komisch Verbitterten ganz nahe kommt.

Düster und ulkig zugleich, passt er genau ins fantastisch-schlampige Zimmer, das Frank Rommerskirchen als Bühnenbild gewählt hat. Bier trinkend versinkt der Bassist in Träume von der Sängerin Sarah, in die er verliebt ist.

35 Jahre ist er und hat seit zwei Jahren „keine Frau mehr gehabt“. Was sicherlich sehr traurig ist, aber hier urkomisch rüberkommt. Inszeniert wird „Der Kontrabass“ von Theaterchef Tom Hirtz.

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