Aachen: Der Kassenautomat in der Schwimmhalle Brand macht nur Ärger

Aachen : Der Kassenautomat in der Schwimmhalle Brand macht nur Ärger

Automaten sind eben doch nicht die besseren Menschen. Und so dürfte der zweijährige Versuch mit einem automatischen Kassensystem in der Schwimmhalle Brand nur als sehr eingeschränkt erfolgreicher Rationalisierungsvorschlag in die Geschichte der Stadtverwaltung eingehen.

Aufgekommen ist die Idee im Jahr 2011, als die Verwaltung und die damals noch schwarz-grüne Ratsmehrheit wegen der schwierigen Haushaltslage verzweifelt nach jedem Strohhalm griff, um Kosten zu sparen.

Durch den Aufbau von Kassenautomaten hat die Stadt in der Schwimmhalle Brand ein Einsparpotenzial von jährlich rund 38 000 Euro an Personalkosten gesehen. Innerhalb von nicht mal zwei Jahren sollte sich somit die Investition von 56 000 Euro für den Automaten amortisieren.

Doch die Bilanz am Ende der zweijährigen Testphase fällt ernüchternd aus, wie aus einem Bericht der Verwaltung für den Sportausschuss hervorgeht. Darin spricht man sich nun gegen den weiteren Aufbau von Automaten in anderen Schwimmbädern und auch gegen eine Ausweitung des Versuchs in Brand aus.

Ohnehin ist der Automat dort nur in den Vormittagsstunden zum Einsatz gekommen — dies auch deswegen, weil ein Großteil des üblichen Service nicht maschinell abgedeckt werden konnte. Jahreskarten, Tickets für Schwimmkurse, Ferienkarten, die Ausleihe von Schwimmgürteln und auch Beratungen zum komplexen Tarifsystem konnten nicht geboten werden, was zur Folge hatte, dass das Kassenpersonal am Nachmittag nachholen musste, was der Automat vormittags verweigert hat.

Zudem musste aber auch vormittags immer wieder Personal von anderen Aufgaben weggerufen werden, weil es im Kassenbereich Fragen oder Probleme mit dem Automaten gab. So seien Putzarbeiten immer wieder unterbrochen worden, Schwimmmeister seien für Auskünfte von der Aufsicht weggerufen worden und Badewärterinnen mussten Besuchern bei der Bedienung des Kassenautomaten helfen.

Alles in allem habe sich eher ein zusätzlicher Aufwand für das Personal ergeben — und dies bei weniger Service für die Kundschaft, resümiert die Verwaltung.

Sorgen des Personalrats

Bestätigt fühlen darf sich somit der städtische Personalrat, der schon bei Bekanntwerden der damaligen Rationalisierungspläne rebellierte. Er sorgte sich dabei auch um die Zukunft der Arbeitsplätze für eher niedrig bezahlte Kräfte und für Menschen, die vielfach wegen gesundheitlicher Probleme kaum an anderen Stellen eingesetzt werden könnten.

Nun scheint klar, dass die Kassiererinnen und Kassierer in den städtischen Schwimmhallen wohl doch nicht so schnell von Automaten verdrängt werden. Die Entscheidung trifft der Sportausschuss in seiner Sitzung am Donnerstag, 10. September.

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