Aachen: Der Jakobshof sucht wieder mal nach einer neuen Heimat

Aachen : Der Jakobshof sucht wieder mal nach einer neuen Heimat

Eine letzte Tanzeinlage legen sie noch einmal gemeinsam aufs Parkett im ehemaligen Kinosaal, doch dann soll Schluss sein: Der Jakobshof wird die Liaison mit dem Elysée voraussichtlich im März beenden, wie die beiden Jakobshof-Geschäftsführer Rick Opgenoorth und Wolfgang Schumacher am Montag verkündeten.

Damit schließt das von vornherein als Provisorium geplante Kapitel im einstigen „Tanzpalast“ nach einem guten Dreivierteljahr. „Es hat schlichtweg der Kuschelfaktor, den unsere Gäste vom alten Jakobshof kannten, gefehlt“, gibt Schumacher zu. Das Team ist bereits auf der Suche nach einer neuen Heimat für die traditionsreiche Aachener Konzert- und Partystätte.

Mit großen Hoffnungen war man Anfang Mai 2014 in den Elysée-Räumen gestartet. Doch die erfüllten sich nicht restlos. Bei großen, bekannten Musik-Acts und Partys sei der Zulauf durchaus gut gewesen, aber im Veranstaltungsalltag habe der „Jakobshof im Elysée“ nicht immer gezogen, so Opgenoorth.

So führen die Geschäftsführer denn vor allem die Größe des Saals an — immerhin fasst das Elysée bis zu 800 Gäste —, wenn es um die Gründe für den baldigen Abschied geht. Zu unflexibel seien die räumlichen Gegebenheiten gewesen. Daher habe man besonders im Bereich Kleinkunst Abstriche machen müssen, so Schumacher. Eine Entwicklung, die gerade bei Stammkunden nicht gut ankam.

Vom Jakobsviertel musste sich der Kult-Club bereits im vergangenen Frühjahr verabschieden. Dort hatte sich der Jakobshof über 30 Jahre hinweg einen Namen als hervorragende Anlaufstelle für Musik, Kabarett und Partys gemacht. Bis Ende 2013 bekannt wurde, dass das in die Jahre gekommene Gebäude an der Stromgasse einem modernen Wohnkomplex weichen solle. Am Montag rückten dort die Abrissbagger an.

An wechselnden Orten

Das Jakobshof-Team richtet den Blick unterdessen nach vorne: „Wir haben ein hochklassiges Abschlussprogramm auf die Beine gestellt“, sagt Opgenoorth. Und auch danach soll es weitergehen. Kurzfristig bedeutet das: Der Jakobshof macht womöglich mit einem abgespeckten Programm an unterschiedlichen Orten in Aachen Station.

Unter anderem im Gespräch ist eine Halle auf dem ehemaligen Schlachthofgelände für einige Veranstaltungen. Langfristig möchten Schumacher und Opgenoorth eine feste Bleibe finden. Es habe „vertrauensvolle und fruchtbare Gespräche“ mit dem Oberbürgermeister gegeben. Sie rechnen jedoch damit, dass erst in sechs Monaten eine langfristige Lösung fix sei und bezugsfertig werde.

Offen bleibt unterdessen, wie es mit der Elysée-Immobilie weitergeht. Besitzer und zugleich Betreiber des benachbarten Cafés „Theatro Elysée“, Heiner Chavet, war am Montag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Bekannt ist, dass es mehrfach Anläufe gab, das Gebäude zu verkaufen.

(sh)
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