Aachen: Der Haarbach wird in die Freiheit entlassen

Aachen : Der Haarbach wird in die Freiheit entlassen

„Es ist immer besser, wenn Gewässer nicht gefasst sind und ihrem ursprünglichen Lauf folgen“, sagt Paul Larue, Verbandsvorsitzender des Wasserverbands Eifel-Rur. Gemeinsam mit der Eilendorfer Bezirksbürgermeisterin Elke Eschweiler und Vorstand Professor Wolfgang Firk setzt er jetzt den ersten Spatenstich zur Renaturierung des Haarbachs neben der Kläranlage Eilendorf.

30.000 Kubikmeter Erde müssen zunächst entfernt werden, um Platz für neue Auenlandschaften zu schaffen. Der bislang begradigte Bach soll einen stark geschwungenen Verlauf bekommen, so wie er ursprünglich einmal war. Dabei soll für eine Durchlässigkeit des Bachs für unterschiedlichste Lebewesen gesorgt werden. Der starke Uferverbau soll durch eine breite Aue ersetzt werden. Außerdem sollen Flutmulden angelegt werden, in denen Wasser nach einer Überschwemmung des Auenlandes zurückbleiben kann.

Noch fließt der Haarbach schnurgerade, demnächst darf er sich wieder schlängeln. Foto: Harald Krömer

Neuer Lebensraum

Diese Mulden wirken sich nach Einschätzung der Fachleute auch positiv auf die Lebensvielfalt aus. Totholz in dem Gewässer soll zudem die Strömungseigenschaften verändern und Kleinlebewesen einen Lebensraum bieten.

Laut Firk lautet der Auftrag, den guten Zustand des Gewässers herbeizuführen. Immerhin 570 Meter des Haarbaches werden nach der Renaturierung einen ökologischen Verlauf nehmen.

Der bestehende Fußweg wird zwar während der Arbeiten gesperrt, bleibt aber ebenso wie die Brücke über den Haarbach erhalten. Die Ufergehölze werden auf der einen Uferseite nicht angetastet, auf der anderen Seite erfolgt eine erste Anpflanzung. Insgesamt wird die Renaturierung 1,3 Millionen Euro kosten. Die Arbeiten sollen etwa vier Monate dauern.

Bezirksbürgermeisterin Elke Eschweiler freute sich über den ersten Spatenstich zu einem Projekt, das nach ihren Worten in Eilendorf sehr umstritten war. Die Sorge der Bürger, dass es nach der Renaturierung des Haarbaches vermehrt zu Überschwemmungen kommen könnte, sei aber unbegründet, meinte sie.

„Wir sind beim Wasserverband in guten Händen“, betonte sie und verwies zudem auf einen Wanderweg entlang des Bachs, der bereits in Planung sei. Sie wünschte sich, dass ihre Enkel bald ebenso am Haarbach spielen können, wie sie selbst in Kindertagen.

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