Aachen: Der Grillterminator und das Glühlampenseminar

Aachen: Der Grillterminator und das Glühlampenseminar

Wenn in Aachen „n Teller Buntes” serviert wird, können sich viele freuen.

Allen voran diesmal die Behindertenhilfe Aachen und die Heilpädagogische Waldorfschule „Parzival-Schule”, denen der Reinerlös von über 9000 Euro zugute kommt.

Freuen konnte sich auch das Publikum, das im ausverkauften Saalbau Kappertz ein fast dreistündiges Programm aus Comedy, Kabarett, Musik und Artistik genoss.

Bereits zum achten Mal organisierte Norbert Conrads die Benefizveranstaltung, bei der alle Künstler ohne Gage und nur für den guten Zweck auftraten. Gemeinsam mit Veronika Siebert, die vielen Aachenern aus der Strunxsitzung bekannt ist, moderierte Conrads den Abend.

Der bunte Mix mit internationalem Charme begeisterte die Zuschauer. Den Anfang machte die Gruppe „Jump”, die unter der Leitung von Claudia Schmitte mit einer Steppnummer die Stimmung anheizte.

Was folgte, kam wohl vielen bekannt vor: Flirten zwischen Aachenern und Hochdeutsch sprechenden Menschen kann im Chaos enden. Doch Gabi Dufern, Kurt Radermacher und Helmut Reis zeigten, dass Pantomime an dieser Stelle sehr nützlich sein kann.

Die Tücken des Öcher Dialekts erklärte Jürgen B. Hausmann: von typischen Aachener Dialogen, über die Satzbildung aus dem Artikel „en” und dem Universalpronomen „se” bis hin zu Sätzen, die in Hannover auch als Suiziddrohung aufgefasst werden können.

Spätestens bei „Wenn ich kein Puffele krieg, nehm ich mir en Strick” war das Publikum vor Lachen kaum mehr zu Halten. Was fehlte, war allerdings, so Veronika Siebert, das Erotische. Mit ihrem Chanson auf Männernamen, die sonst nie besungen werden, setzte sie alles daran, das zu ändern.

Musikalisch ging es mit den „4 Amigos” weiter. „Wir haben Oche gern” sangen sie, und die Öcher lieben die Amigos. Manni Hammers philosophierte über verschiedene Grill-Typen, die wir auf Balkonen und in Gärten beobachten können ­ vom hyperaktiven Spontangriller bis hin zum High-Tech-Grillterminator.

Dieser war auch bei der nächsten Nummer nicht von der Hand zu weisen. „Wir wollen Watt, und zwar satt”, konstatierte das VHS-Glühlampenseminar, und bot dem ganzen Saal eine kostenlose Schnupperstunde „Glühlampen-Aerobic”. Mit viel weniger Bewegung und Emotion ging es mit den „5 Lustigen 4” weiter.

Zum Abschluss des kurzweiligen Programms eroberten die Herren Schultze und Schröder die Bühne. Frisch aus England angereist und so britisch wie eh und je zeigte das Wall-Street-Theater sein Programm mit einer Neuinterpretation des Macarena-Tanzes.