Aachen: Der erste Glockenton in der neuen Genezareth-Kirche

Aachen : Der erste Glockenton in der neuen Genezareth-Kirche

Lose Kabel, Werkzeug und unfertige Wände zieren zurzeit noch den Neubau der Genezareth-Kirche an der Vaalser Straße. Doch die Bauarbeiten an der evangelischen Kirche, die direkt am Westfriedhof gelegen ist, sind inzwischen bereits weit vorangeschritten.

Außen ist sie beinahe komplett fertig, wird nun das Innere noch fertig gestaltet. Hell wird es werden in der Kirche, das sieht man bereits.

Millimeterarbeit: Schweres Gerät ist nötig, um die 680 Kilogramm schwere Glocke zum Turm zu transportieren.

Am Dienstag wurden zwei wichtige Komponenten für den Kirchenturm geliefert und angebracht: Die beiden großen Kirchenglocken, die im November in Brockscheid in der Eifel gegossen worden waren. Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie wurden sie im Glockenturm aufgehängt. Anschließend konnten die Gäste die Baufortschritte in der Kirche begutachten.

Mehrere Wochen lagen die gegossenen Glocken zum Auskühlen in der Glockengießerei unter der Erde. Mitte November hatten Pfarrer Mario Meyer und 60 Mitglieder der neu entstehenden Kirchengemeinde dem Guss der bronzenen Glocken in Brockscheid beigewohnt. Nach wochenlangen Vorbereitungen wurden in der dortigen Glockengießerei der Familie Mark-Maas das 1100 Grad heiße Metall in die Formen gegossen. Nun ist der Turm der Kirche fertiggestellt, und die Lieferung nach Aachen konnte vollzogen werden.

Zur Installation im neuen Turm hatten Pfarrer Mario Meyer und Pfarrerin Bettina Donath-Kreß eingeladen. Zahlreiche Gäste waren der Einladung gefolgt und warteten gespannt. Die größere der beiden Glocken hat einen Durchmesser von 1,12 Metern und wiegt rund 680 Kilogramm.

Ihr Schlagton ist „f“. Eingraviert ist aus Psalm 96: „Singet dem Herrn ein neues Lied. Jauchzet dem Herrn alle Welt.“ Die kleinere Glocke hat den Schlagton „Des“. Sie wiegt circa 215 Kilo und hat einen Durchmesser von 74 Zentimetern. Ihre Inschrift lautet: „Friede soll mit euch sein. Friede für alle Zeit.“

Führung durch das Kirchenhaus

Nach einem Gebet von Pfarrerin Donath-Kreß und einem gemeinsamen Lied wurde die erste Glocke in den Turm gebracht und nach oben gezogen. Das Gewicht machte dabei den Einsatz von großen Maschinen nötig — sie dorthin zu tragen, wäre nicht möglich. Mitarbeiter der Eifeler Glockengießerei waren vor Ort, um die Installation zu überwachen. Bevor die erste Glocke nach oben gezogen wurde, schlug man sie bereits einmal an. Ein lauter Ton erklang dabei an der Genezareth-Kirche.

Nachdem auch die zweite Glocke angebracht war, konnten Interessierte das Innere der neuen Kirche bei einer Führung besichtigen. Auch ein Film über den Glockenguss wurde gezeigt. Die Kirche besteht aus einem Schiff mit zwei Nebenschiffen. Dabei kann der Raum abgetrennt werden und so für verschiedene Anlässe in unterschiedlicher Größe genutzt werden. Auch eine Andachtsecke wird eingerichtet.

In den Räumen des angrenzenden Gemeindezentrums wird ein Eine-Welt-Verkauf eingerichtet. Auch ein Kirchencafé ist geplant. „Unsere Kirche soll nicht nur zu Gottesdiensten genutzt werden“, so Pfarrer Meyer. „Sie soll Raum für Begegnungen geben.“

Der Eröffnungsgottesdienst wird am Pfingstsonntag, 20 Mai, um 15 Uhr stattfinden. Neben Pfarrerin Donath-Kreß und Pfarrer Meyer wird der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Pfarrer Manfred Rekowski, mitwirken und die Predigt halten.

Musikalisch wird der Gottesdienst durch den Posaunenchor und die Kantorei Süd-West mitgestaltet. Auch die Architektin der Kirche, Gesine Weinmiller, wird vor Ort sein.

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