Aachen: Der erste Elektro-Gelenkbus soll im Herbst durch Aachen kurven

Aachen: Der erste Elektro-Gelenkbus soll im Herbst durch Aachen kurven

In den kommenden Wochen und Monaten baut die Aseag in ihren Werkstatthallen etwas ganz Besonderes. Ein Hybrid-Gelenkbus wird dort in einen Elektrobus umgebaut, der schon im Herbst 2014 auf einer Linie zum Einsatz kommen soll.

Somit würde in Aachen der deutschlandweit erste Elektromobil eingesetzte Gelenkbus im Linienverkehr durch die Stadt fahren. Aseag-Vorstand Michael Carmincke freut sich auf die Fertigstellung: „Als kommunales Unternehmen mit einem hohen Stellenwert für Aachen und die Region bündeln und treiben wir innovative Aktivitäten voran“.

Schon seit September 2012 testet das Unternehmen einen Standardbus mit Hybridantrieb für kleinere Distanzen und versucht so, sich neuen Trends im Mobilitätsverhalten zu öffnen und die steigende Nachfrage vor dem Hintergrund einer nachhaltigen, ökologischen und wirtschaftlich sinnvollen Lösung zu bewältigen.

„Antriebsformen der Zukunft spielen in diesem Zusammenhang für uns eine wichtige Rolle. Letztlich wollen auch wir einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz und zur sauberen Luft in Aachen und der Region leisten“, so Carmincke weiter.

Diesen Gedanken teilt auch Oberbürgermeister Marcel Philipp: „Das Ziel muss sein, dort, wo zukünftig Busse in Aachen fahren, keine Lärm- und Schadstoffbelästigung mehr zu haben.“

Unterstützt wird die Aseag bei diesem Vorhaben von der Aachener Futavis GmbH. Die im Juni 2013 gegründete Firma hat sich auf die Entwicklung und Produktion elektrischer Systeme zur Förderung erneuerbarer Energien spezialisiert. „Der Erfolg der Elektromobilität steht und fällt mit der Leistungsfähigkeit der Batterien“, erklärt Jens Bockstette, Futavis-Geschäftsführer. Im Bus wird eine Batterie mit einer Leistung von circa 180 Kilowattstunden verbaut. Von dieser Batterie erwartet der Hersteller eine Mindestfahrstrecke von rund 50 Kilometern.

Eingesetzt werden soll der Bus zunächst auf der Linie 43, da diese auf ihrer Strecke immer wieder das Betriebsgelände passiert und dort, an der Steckdose, wieder aufgeladen werden kann.

In Zukunft soll eine Lade-Infrastruktur in Aachen entstehen, die es ermöglicht, die Busse an verschiedenen Stellen wieder aufzuladen. So könnte der elektrisch betriebene Gelenkbus bei einer entsprechenden Infrastruktur auch auf der Linie 2 eingesetzt werden, deren Strecke einen hohen Innenstadtanteil mit einem topographisch interessanten Streckenverlauf kombiniert. Diese Strecke bietet gute Voraussetzungen, um den Energiebedarf und Geräuschemissionen zu messen.

365.000 Euro Förderung

Die Kosten für die Hardware wie zum Beispiel die Batterie betragen rund 700.000 Euro und werden zu 75 Prozent über den Aachener Verkehrsverbund (AVV) gefördert. Zudem ist der Umbau Bestandteil des EU-Projekts „Civitas Dynamo“, in dem Projekte gefördert werden, die sich um eine nachhaltige Verkehrsentwicklung bemühen und ganz konkrete praktische Lösungen erarbeiten, wie man die Mobilität in Städten besser organisieren kann. Das Projekt hat eine Gesamtförderung von 8,5 Millionen Euro, drei Millionen Euro aus der Civitas-Initiative gehen in die Region Aachen, davon bekommt die Aseag auch für andere Arbeitspakete eine Förderung von 365.000 Euro.

Die Ergebnisse aus diesem ersten Test eines elektrisch betriebenen Gelenkbusses sollen auch dazu dienen, dass weitere „saubere Busse“ auf Aachens Straßen gelangen.

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