Aachen: Der Dompropst knobelt sich aufs Treppchen

Aachen: Der Dompropst knobelt sich aufs Treppchen

Es gibt Leute, die haben derart Glück im Spiel, dass sie auch eine kleine Panne im Terminkalender nicht vom Sprung nach ganz oben abhalten kann. Dompropst Manfred von Holtum ist einer von ihnen.

Obwohl der „Chef“ des Domkapitels rund eine Stunde später beim Dieter-Schulte-Gedächtnisturnier ins Rennen um die Trophäen ging, sahnte er am Ende doch noch die Trophäe für den zweiten Platz in der „Disziplin“ Knobeln ab. Ein klarer Beleg für die Weisheit, dass man doch besser spät als nie kommt.

Bereits zum 24. Mal traf man sich zu dem, was auch „Domskat“ genannt wird und einst unter anderem von Dieter Schulte ins Leben gerufen worden war. Rund 100 Teilnehmer spielten beim Skat, Doppelkopf und Knobeln für das Weltkulturerbe.

Denn die Einnahmen des Benefizturniers kommen stets dem Dom zugute. Weit mehr als 100.000 Euro sind im Laufe der Jahre zusammengekommen. Damit konnten dringende Sanierungsarbeiten unterstützt werden. „Der Sieger dieses Abends ist ohnehin der Dom“, sagten Dompropst Manfred Von Holtum und sein Vorgänger Helmut Poqué an diesem Abend unisono. Wie von Holtum erläuterte geht es derzeit darum, den Dom erdbebensicher zu machen und Schäden des Bebens von 803 in Gänze zu beseitigen.

Organisiert hatte das Turnier wieder einmal Jochen Schulte, der betonte, dass die Tradition auch in den kommenden Jahren fortgesetzt werden soll. Mit Blick auf den Turnieraustragungsort war wie immer die Bundeswehr Gastgeberin im Offiziersheim Gut Neuhaus in Forst. Und so begrüßte auch Ralf Lungershausen die Spieler — eine Premiere für ihn. Im Juli hat er die Leitung der Technischen Schule Landsysteme und Fachschule des Heeres für Technik übernommen und wurde in diesem Zusammenhang zum Brigadegeneral befördert. Lungershausen sagte zu, dass man „trotz der aktuell schwierigen Situation“ das Turnier auch weiterhin nach Kräften unterstützen wolle.

Am Ende des Abends gab es folgende Sieger: Im Skat hatte Norbert Gohla mit 1675 Punkten die Nase vorn. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Hans Kauhsen mit 1607 und Manfred Kutsch mit 1573 Punkten. Beste Dame war Barbara Mevissen mit 1219 Punkten, „Lucky Looser“ wurde Wolfgang Jacobs, der nicht über 110 Zähler hinauskam. Im Doppelkopf siegte Herbert Hamacher mit 67 Punkten klar vor Josef Steibel (48) und Manfred Birmans (43). Der Beste Knobler war Pater Georg vor dem Dompropst und Rudi Rüttgers.

Besondere Gaudi

Eine besondere Gaudi ist dann auch noch die Versteigerung. Da kommen zum Beispiel Fußballtrikots mit Originalunterschriften unter den Hammer, aber auch solche Dinge Karten für den Prinzenball und diesmal auch ein Pokerkoffer des Spielcasinos und sogar ein elektrischer Weinkühler.

Bei der Versteigerung bewies der designierte Prinz Karneval Michael Kratzenberg viel Humor. Er ersteigerte ein Alemannia-Trikot für sage und schreibe 111 Euro. Da brachte selbst das Trikot der Nationalmannschaft mit 155 Euro nur unwesentlich mehr. Schöner Nebeneffekt: Bei der Versteigerung kamen fast 1300 Euro zusammen.

Insgesamt konnte Jochen Schulte rund 7500 Euro an Spenden für den Dom verbuchen. Sein erklärtes Ziel: „Die 10.000-Euro-Marke knacken!“ Das Turnierjubiläum im kommenden Jahr bietet eine weitere Gelegenheit dazu.

(stm)
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