Aachen: Der Circus Roncalli empfiehlt: Lachen

Aachen: Der Circus Roncalli empfiehlt: Lachen

Gegen Winterdepression hat der Circus Roncalli die passende Therapie: „All you need is laugh” heißt das neue Programm der Truppe, mit der sie vom 18. März bis zum 13. April auf dem Blücherplatz gastiert. Die Beatles setzten zwar damals eher auf Liebe, doch den Zirkusleuten ist das Lachen ebenso wichtig.

Die Aachener entsprechend zu bedienen, hat bei Roncalli eine lange Tradition. „Seit 18 Jahren kommen wir hierher und fühlen uns inzwischen hier wie im Wohnzimmer”, sagt Meike Schütte.

Sie ist in Vertretung für Bernhard Paul zur Programmvorstellung ins Aachener Rathaus gekommen, weil der Prinzipal derzeit schlecht zu Fuß ist. „Er hat sich den Boromäus-Nerv eingeklemmt”, hat Oberbürgermeister Jürgen Linden per Handy erfahren, „nach einer Rock´n´Roll-Session”. Da habe er am Schlagzeug kräftig zugelangt, und nun sei „d´r arme Keäl nicht transportfähig”.

Gut, dass seine Artisten in Aachen nicht riskant Schlagzeug spielen werden, sondern Spagatsprünge im „freien Fall” vorführen, wie das Trio Bellisimo aus der Ukraine.

Ohne gefährliche Musikinstrumente verrichtet auch Ench Keryazov seine Arbeit als Handstandakrobat. Mit seiner spektakulären Nummer habe er beim Circusfestival in Monte Carlo die Fürstenfamilie zu standing ovations verleitet, berichtet Meike Schütte.

Beim Wettbewerb im Fürstentum war auch schon Alan Sulc erfolgreich. Der 18-Jährige jongliere „nach unten”, erklärt Roncalli-Pressesprecher Thomas Merz, „wenn bei ihm was runterfällt, ist das gewollt.

Langsamer geht es bei Burl zu: Der Amerikaner zaubert Seifenblasen aus der hohlen Hand, was das Publikum in Westeuropa ebenso fasziniert wie im Fernen Osten.

Atemberaubend flott läuft hingegen der Kleiderwechsel beim Duo Minasov ab. In einer Art Turbo-Modenschau werden Röcke mit Kleidern und Minis mit Maxis so schnell gewechselt, dass Frauen vor Kleiderschränken richtig neidisch werden können.

Auch Tiere gibt es, vorgeführt von Karl Trunk -Êoder umgekehrt: „Manchmal führen die kleinen Ponys ihn vor”, meint Thomas Merz, „das ist eine richtig witzige Nummer.”

Für das Lachen dürfte vor allem aber David Larible zuständig sein. Der Clown gilt als Star der Branche, hat schon in großen Arenen große Massen erheitert und wurde in Monaco mit dem „Goldenen Clown” ausgezeichnet. Auch in Aachen hat er seit seinem Auftritt vor drei Jahren eine treue Fan-Gemeinde. Ihr serviert er im Frühjahr auf dem Blücherplatz ein neues Programm, sagt Merz.

Premiere: Keine Premiere

Überhaupt gibt es diesmal zwei Premieren: Erstens ist das Gastspiel in Aachen diesmal keine Premiere, anders als in früheren Jahren. Und zweitens wird es keine Verlängerung geben, Roncalli zieht nach der letzten Vorstellung am 13. April nach Düsseldorf weiter.

Ansonsten soll es wieder altvertraut zugehen, die Nachbarschaft freut sich schon. Etwa Pfarrer Heinz Baumann von St. Elisabeth, der mit dem nebenan campierenden Zirkusvolk eine „enge und herzliche Beziehung” pflegt.

Für die üblichen Gottesdienste im Zelt oder die Artistenbesuche in der Kirche gebe es diesmal fast noch ein passendes Jubiläum. 1958 sei Papst Johannes XXIII. gewählt worden, erinnert Baumann, vorher hieß der Kirchenmann mit bürgerlichem Namen Angelo Roncalli.

Als „nachbarschaftliche Hilfe” versteht auch die Apag ihr Angebot. Wegen des knappen Parkraums rund um den Blücherplatz „stellen wir unser Parkhaus an der Lombardenstraße dann kostenlos zur Verfügung”, sagt Sprecherin Anne Linden.

Das wird in dieser Zeit auch von der Buslinie 51 angefahren, zudem verkehre die Aseag in einem dichteren Takt, sagt Aseag-Prokurist Hermann Paetz. Und die Haltestelle Blücherplatz werde während des Gastspiels wieder in „Roncalli” umbenannt.

„Aus Dankbarkeit”, sagt Paetz. Denn aus dem gleichnamigen provisorischen Haltepunkt bei einem früheren Zirkusbesuch sei erst später die reguläre Haltestelle Blücherplatz geworden.

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