Aachen: Der Beginn einer neuen Konzertära in Aachen

Aachen : Der Beginn einer neuen Konzertära in Aachen

Die Spontanumfrage nach dem grandiosen Auftritt von Klaus Doldingers aktueller Passport-Formation im Theater war sicherlich nicht repräsentativ, aber sie lief auf einen Wunsch hinaus: „Es wäre schön, wenn künftig mehr derartige Konzerte im Stadttheater stattfinden könnten.“

Für Veranstalter Christian Mourad war die Verpflichtung von Klaus Doldinger fürs Theater eine Art „Experiment“, aber auch gleichzeitig die Erfüllung eines kleinen Traums: „Ich habe mir Passport Ende der siebziger und in den achtziger Jahren im Audimax angeschaut und war damals immer restlos begeistert“, erinnert sich Mourad. Um so mehr freute es ihn, dass er nun Doldinger und Co. wieder einmal nach Aachen holen konnte.

„Die Location ist ein Volltreffer gewesen“, schwärmt der Konzertmanager, die Infrastruktur im Theater habe bestens gepasst, Band und Sound seien hervorragend gewesen. „Nicht zuletzt war auch die Zusammenarbeit mit Theaterspitze und Mitarbeitern angenehm und unkompliziert, so dass ich mir derartige Konzerte in diesem wunderbaren Ambiente künftig öfter vorstellen könnte.“

Tatsächlich war der fulminante Auftritt des Doldinger-Septetts eine Premiere auf den Brettern, auf denen sonst keine Keyboards, Percussion-Instrumente, Schlagzeug und Verstärkerboxen stehen. Es war nämlich der erste Gig einer Band im Theater, und es könnte der Beginn einer neuen Konzertära in Aachen sein.

Denn auch Michael Schmitz-Aufterbeck, Generalintendant des Theaters Aachen, ist voll des Lobes nach dem „höchst erfreulichen Abend“: Klaus Doldinger sei ein großer Künstler mit Charisma, der seine Zuhörer auch glänzend unterhalten habe. Seine reife Fangemeinde, so die Beobachtungen des Generalintendanten, habe sich „sehr wohl gefühlt“ und die Band in Form einer Welle der Begeisterung mit spontanen Beifallskundgebungen begleitet.

„Das Engagement von Christian Mourad verdient Lob und Anerkennung“, sagt Schmitz-Aufterbeck, denn er sei mutig gewesen, habe das Risiko getragen. „Wir würden gerne mit ihm weitermachen und stehen als Partner zur Verfügung.“ Besonders gefreut hat den Generalintendanten, dass bei dem Doldinger-Konzert ein anderes Publikum den Weg ins Theater gefunden habe — womöglich zum ersten Mal. Auch so könnten mögliche Schwellenängste abgebaut werden und neue Besucher gewonnen werden.

Für Veranstalter Mourad müssen natürlich neben allem Herzblut für den Veranstaltungsort zunächst einmal die Zahlen stimmen. Beim Doldinger-Konzert ging Mourads Rechnung voll auf. 820 verkaufte Tickets (zwischen 44 und 55 Euro pro Karte) und damit ein ausverkauftes Haus bescherten dem Verantwortlichen und seinen Partnern eine volle Kasse und große Zufriedenheit.

„Auf diesem Level müssen wir uns auch künftig bewegen“, sagt Schmitz-Aufterbeck und nennt auch schon einen Künstler, den er gerne im Theater sehen würde: „Wenn es finanziell machbar wäre, würde ich mir Al Jarreau wünschen.“ Der amerikanische Jazz-, Pop- und Rhythm-and-Blues-Sänger ist derzeit auf Tournee und gibt am 6. November seine neue musikalische Visitenkarte in der Düsseldorfer Tonhalle ab.

Auf Qualität achten

Auch Mourad hat sich schon einige Gedanken gemacht, wie es mit einer Musikreihe im Theater weitergehen könnte. „Wir müssen auf die Qualität achten. Dabei muss die angebotene Kultur bezahlbar sein, aber die Künstler müssen auch bezahlt werden.“ Vorstellen könnte er sich nächstes Jahr beispielsweise einen Auftritt des renommierten Trompeters Till Brönner (live am 30. November in der Kölner Philharmonie).

In jedem Fall halten Mourad und Schmitz-Aufterbeck das Modell, dass nämlich ein Externer die Gesamtverantwortung für die Konzerte übernimmt, für „optimal“. „Die Idee, großartige Bands und Musiker bei uns auftreten zu lassen, hatten wir schon lange. Wir haben aber bislang keinen geeigneten Veranstalter gefunden, der diese Ideen auch umsetzt“, sagt der Theaterchef. Mit Mourad ist nun der geeignete Mann gefunden, der das Theater an einigen Tagen im Jahr gerne in einen Jazz-Tempel verwandeln würde.

Klaus Doldinger genoss die besondere Aachener Theateratmosphäre in vollen Zügen und sagte mit einem charmanten Lächeln: „Ich habe früher öfter im Audimax gespielt. Damals hätte ich mir nie träumen lassen, dass ich eines Tages einmal das Theater hier einmal füllen würde.“

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