Aachen: Der Barbarossaleuchter schwebt nun einen Meter über dem Boden

Aachen: Der Barbarossaleuchter schwebt nun einen Meter über dem Boden

Jetzt schwebt der Barba­rossaleuchter nur noch einen Meter über dem Boden des Oktogons. Am Dienstag musste er herabgelassen werden, weil in den nächsten sechs Wochen die Einrüstung mitsamt frei schwebender, 40 Tonnen schwerer, Zwischendecke demontiert wird.

Gerüste und Zwischendecke wurden vor einem Jahr gebaut, um die Mosaiken in der Kuppen und an den Kuppelwänden zu restaurieren. Anderthalb Stunden brauchten die Handwerker Dienstagmorgen, um den Leuchter, der zwischen 1165 und 1170 gefertigt wurde, drei Meter herabzulassen. Dazu musste erst ein Kettenzug angefertigt werden, in dem die 27 Meter lange und rund 330 Kilogramm schwere Kette aus karolingischer Zeit gesichert wurde.

Wer aber jetzt denkt, der Barbarossaleuchter, den der rotbärtige Kaiser Friedrich I. mit seiner Ehefrau Beatrix der Krönungskirche vermachte, sei jetzt bequem zu besichtigen, der irrt. Denn um das kostbare Exemplar - in Deutschland existieren nur noch vier romanische Radleuchter - zu schützen wurde es eingepackt, in Holz mit einem Gitterträger auf Balken ist er jetzt gut geschützt.

Voraussichtlich wird der Leuchter am 1. September wieder hochgezogen; denn am Samstag, 3. September wird das erste festliche Hochamt nach Abschluss der Restaurierungsarbeiten am Dom zelebriert.

48 Kerzen

Ob dann die 48 Kerzen, die den Leuchter zieren, auch angezündet werden, ist noch nicht entschieden. Sie stellen vermutlich die zwölf Stämme Israels und die zwölf Apostel neben den 24 Gerechten aus der Apokalypse dar. .Gewöhnlich brennen die Kerzen nur an sehr hohen Festtagen. Der Leuchter ist aus acht Kreissegmenten zusammengesetzt und so an die achteckige Form der Pfalzkapelle angepasst. Der Kranz des Kronleuchter symbolisiert die Stadtmauer des himmlischen Jerusalem.

Wegen der achteckigen Architektur des Sakralbaus wurde darauf verzichtet, ihn mit zwölf Türmchen (oder Stadttoren) zu versehen - wie es der traditionellen Darstellungsweise des himmlischen Jerusalem entsprochen hätte.

Mehr von Aachener Nachrichten