Aachen: Der Austausch gehört fest zum Lehrplan

Aachen: Der Austausch gehört fest zum Lehrplan

Der Aachener Dom, der Liberecer Fernsehturm auf dem Hausberg „Je?t?d” und das Leipziger Cityhochhaus „Weisheitszahn”, sie zieren das Logo des „Europäischen Architektur- und Designerprojekts 2011/2012”.

Stilgetreu haben Schüler aus den drei Städten ihr Logo in Gelb und Blau gehalten, nach dem Beispiel der europäischen Fahne mit gelben Sternen auf blauem Hintergrund.

Für die Schüler der drei beteiligten Schulen ist das grenzübergreifende Austauschprojekt seit 1998 ein fester Bestandteil ihres Lehrplans. Der Aachener Lehrer Norbert Weitz koordiniert gemeinsam mit seinen Liberecer und Leipziger Kollegen den jährlichen Austausch der Jahrgangsstufen 10 zwischen dem Bischöflichen Pius-Gymnasium an der Eupener Straße, dem tschechisch- und deutschsprachigen Franz-Xaver-Saldy-Gymnasium Liberec und dem Städtischen Humboldt-Gymnasium in Leipzig. „Unser Europaprojekt ist immer themenorientiert”, beschreibt Weitz die Idee. In den vergangenen Jahren standen zum Beispiel Themen aus den Bereichen Kunst, Geschichte, Theater, Mathematik oder Ökologie im Mittelpunkt.

Viele Preise eingeheimst

Beim 14. Europaprojekt haben sich die insgesamt 86 Schüler mit dem Thema Architektur und Design auseinandergesetzt. Eine Woche lang haben sie unter anderem an einem Modell ihres gemeinsamen Schülercafés getüftelt, ein Logo für ihr europäisches Austauschprojekt entworfen, ein Theaterstück einstudiert und eine Installation zum Thema Architektur und Design im Pius-Gymnasium angebracht. Fachleute, wie den Aachener FH-Professor und Architekten Ulrich Hahn, informierten die Schüler dabei zusätzlich in Vorträgen über ihre Arbeitsthemen. „Einige Schüler haben sogar Feuer gefangen und wollen später in diesen Bereichen weitermachen”, berichtet Norbert Weitz stolz.

Auch die Schüler sind begeistert von ihrem gemeinsamen Europaprojekt, das schon viele Preise eingeheimst hat. „Wir konnten alles gut verbinden, und wir haben viele neue Freunde gefunden. Ich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht”, sagt der Leipziger Schüler Philipp. Der 15-Jährige ist schon zum zweiten Mal dabei. Mitschüler Luká? (17) aus Liberec freut sich außerdem über seine besseren Deutschkenntnisse, die er im Theaterworkshop anwenden kann.

Schon im November vergangenen Jahres haben die Aachener Gymnasiasten ihre tschechischen Mitschüler in Liberec besucht und dort ebenfalls eine Woche lang ihre Ideen zu Architektur und Design bei Workshops und Ausflügen umgesetzt. Seither stehen sie via Facebook in Verbindung und tauschen sich dort über ihre Projektideen aus.

Gemeinsamer Stadtbummel

Auch privat hat das Europaprojekt die Schüler zusammengeschweißt. Nach der Schule verabreden sich die Schüler beispielsweise zum gemeinsamen Stadtbummel und abends zum Musikhören. „Es entstehen immer wieder Freundschaften, die lange über das Projekt hinausgehen”, weiß Karin Liebich, stellvertretende Schulleiterin des Leipziger Gymnasiums, aus Erfahrung.

Zum Abschluss erhält jeder Schüler ein Zertifikat des Pius-Gymnasiums über seine Leistungen beim Europaprojekt. Ein Abzug des Zertifikats mache sich gut in den späteren Bewerbungsmappen der Schüler, unterstreicht Weitz.

Schon jetzt haben er und seine Kollegen aus Leipzig und Liberec eine Idee für den Schwerpunkt im kommenden Jahr, dann soll sich alles um die Themen „Industrie und Handwerk” drehen.