Aachen: Der Anfang ist schwach, doch dann steigert sich das Programm

Aachen: Der Anfang ist schwach, doch dann steigert sich das Programm

Was schwach beginnt, ist steigerungsfähig. Eine alte Weisheit, die am Samstag bei der Prinzenproklamation wieder bestätigt wurde. Gut wie immer führte AKV-Vize Rolf Gerrards durchs von AKV-Elferrat Wolfgang Hyrenbach organisierte Programm, der AKV-Sound-Express und die Lennet Girls gaben ihr Bestes, das Prinzenkorps schmetterte sein Lied.

Irgendwie hatte man den Eindruck, dass es nun endlich losgehen müsste. Aber zunächst hatte AKV-Präsident Werner Pfeil noch die Ehrengäste zu begrüßen und Ehrungen vorzunehmen. Vielleicht sollte der AKV noch einmal überdenken, ob die Verleihung des „Jölde Hazz“ und der Königsteinkette nicht doch besser beim Ordensfest des Edelnarren-Vereins aufgehoben ist, statt das Publikum mit der Vergabe dieser Auszeichnungen zu langweilen.

Erst nach der Selbstbeschau begann das eigentliche Programm. Aus Alsdorf stammen die Geschwister Lena (8) und Niklas Milewicz (12). Sie sind ein kleines Büttenrednerduo, das durchaus seinen Weg gehen kann. Anders als Bütternredner Marc Breuer. Der ist auf seinem Weg in die Bütt am Samstag einige Male gestolpert. Sein Beitrag war nicht eben das Gelbe vom Ei.

Gottseidank konnte die Band Kassalla da einiges wett machen. Die Jungen aus Köln sind einfach gut. Die Stimmung im Saal steigerte sich also, das Publikum ging mit.

Die „Dance Company“ des TSC Bad Aachen legte eine fantastische Show aufs Parkett. Als Schachfiguren setzten die Tänzer des Tanzsportclubs Akzente. Gespielt wurde die Schachpartie von Jennifer Deerberg und Elmar Bosold, die noch in der vergangenen Session als Tanzpaar der Aachener Prinzengarde Triumphe feierten. Auch Marco Krings, der neue Tanzoffizier der Prinzengarde, war bei der Aufführung dabei. Der Junge kann es.

Die Big Band „Die Weisweiler“ scheint sich gut in Köln auszukennen. Denn außer Kölschen Liedern hatten die Musiker nichts zu bieten. Unmut machte sich im Publikum breit, als „Die Weisweiler“ ausgerechnet ein Lied von Kassalla spielte, die doch erst kurz vorher aufgetreten waren. Musikalisch sind „Die Weisweiler“ gut drauf. Aber der Öcher ist eben eigen, wenn ihm nur Kölsches um die Ohren gehauen wird. Das will er nicht. Zumal es in Aachen durchaus noch Gruppen gibt, die auch das Zeug zum Auftritt bei einer mit 1400 Plätzen total ausverkauften Prinzenproklamation haben.

Eines haben die Programmmacher der Prinzenproklamation auf jeden Fall richtig gemacht. Die Show- und Musikelemente überwogen bei der Prinzenproklamtion. Dem Publikum ist bei der ultimativen Auftaktsitzung zur Session eben nicht nach vielen Wortbeiträgen.

Dass die Kapelle der Prinzengarde weitaus mehr spielen kann als „Hurratschingbumm“, stellte sie bei ihrem umjubelten Auftritt unter Beweis. Die Vollblutmusiker aus Kerkrade improvisieren wie die Teufel, sie wissen wie Stimmung gemacht und wie sie rübergerbracht wird. Das Publikum war jedenfalls begeistert. Und das zu Recht.

4 Amigos: Stars des Abends

Der Höhepunkt einer jeden Sitzung im Öcher Fastelovvend ist immer der Auftritt der 4 Amigos. Die Jecken liegen den vier Sängern aus der „Öcher Bronx“ zu Füßen. Aus vollem Hals singen sie mit, die ersten Feuerzeuge blitzen auf, wenn die Amigos ihre Stadt besingen. „Keine Stadt ist wie diese“, das Lied bringt 1400 Närrinnen und Narren auf die Beine. Da will keiner mehr sitzenbleiben. Die 4 Amigos die Stars des Abends.

Auf dem besten Weg dahin sind Desirée Vallet und Marco Krings, das neue Tanzpaar der Aachener Prinzengarde. Die Polizeikommissarin bei der Einsatzhundertschaft und der Einzelhandelskaufmann zeigten, was ein Spitzenduo des Traditionskarnevals drauf haben muss. Und bestanden ihre Vorpremiere. Denn die eigentliche Premiere haben sie kommenden Samstag bei der Gala der Prinzengarde im Eurogress. Und dann wird es auch keine kleinen Schnitzer mehr geben dürfen.

Mehr von Aachener Nachrichten