Aachen: Der Alternativkarneval ist tot? Alles Kappes!

Aachen : Der Alternativkarneval ist tot? Alles Kappes!

Langsam wird‘s ernst: Zwei Wochen vor der Premiere von Kappesball 2.0 spürt selbst ein erfahrerer Alternativkarnevalist wie Meikel Freialdenhoven ein nervöses Kribbeln. „Es gibt eine hohe Erwartungshaltung“, sagt er, „jetzt müssen wir zeigen, dass wir auch die nächste Hürde nehmen können.“

„Wir“ — das ist die 14-köpfige Komikertruppe, die sich erstmals im vergangenen Jahr zusammengefunden hat, um den Anhängern des alternativen Karnevals nach dem Ende von „Strunx“ weiterhin eine Heimstatt im Saalbau Rothe Erde alias Kappertz-Hölle bieten zu können. „Vor einem Jahr war der Druck groß, weil wir an Strunx gemessen wurden“, sagt Frei­aldenhoven, „die zweite Show ist aber viel schwieriger, weil wir diesmal an uns selbst gemessen werden.“

Erwartungen übertroffen

Tatsächlich haben die Macher des Kappesballs der Session 2014 nahezu alle Erwartungen übertroffen und eine furiose Show hingelegt, die auch den skeptischsten Alternativjeck vom Stuhl gerissen hat. Mit Tempo, Witz, Können, Klamauk, Musik und viel Lokalkolorit haben sie sich eine optimale Ausgangsposition für die diesjährige Session geschaffen, in der sie sogleich die Zahl der angesetzten Sitzungen von vier auf sechs hochfahren. „Wir hoffen auf viele. viele neue Fans, die sich von unserem Programm begeistern lassen“, blickt Freialdenhoven hoffnungsvoll nach vorne.

Noch müsse man um Anerkennung in der Szene kämpfen. „Wir haben noch nicht das Branding, das Strunx hatte“, meint er. Auch Kappes-Gastgeber Peter Kappertz ist es daher wichtig, die Eigenständigkeit dieser Sitzung innerhalb des Aachener Karnevals herauszuheben: „Es ist vieleicht noch nicht bei jedem angekommen, dass es in Aachen weiterhin eine Alternative zum klassischen Sitzungskarneval gibt.“

Auf Ein- und Ausmärsche, Schunkellieder und Tanzmariechen wird man also beim Kappesball weiterhin vergeblich warten. Stattdessen kündigen die Darsteller wieder eine schnelle Abfolge ideenreicher Blödeleien und tagesaktueller Satire mit Öcher Charme an. Hohes Niveau garantieren neben Freialdenhoven das Wallstreet-Duo Andreas Wiegels und Christian Klömpken, Lizusha Kostyuk, Michael Dannhauer, Thorsten Neumann, Kurt Radermacher, und Necip Tokuglu. Ihnen steht musikalisch das Sextett „6 Shops“ mit dem mutmaßlich schlechtgelauntesten Bandleader aller Zeiten zur Seite.

Es gibt noch Karten

Wer sich diesen etwa dreistündigen Spaß nicht entgehen lassen will, hat derzeit noch gute Chancen, an Karten zu kommen. Vor allem an den neu hinzugekommenen Vorstellungstagen Fettdonnerstag und Karnevalssonntag sind noch Plätze frei. Alle anderen Tage sind gut gefragt — nicht zuletzt, weil viele Besucher der Erstauflage im vergangenen Jahr sogleich Plätze für dieses Jahr reserviert haben. Bedenken, dass eine solch rattenscharf gut aufgelegte Crew in diesem Jahr nachlassen könnte, hatte seinerzeit offenbar niemand.

Premiere ist am Freitag. 6. Februar, weitere Vorstellungen am 7. Februar und vom 12. bis 15. Februar, jeweils ab 20 Uhr im Saalbau Rothe Erde, Hüttenstraße (25 Euro). Karten gibt es auch noch für die Generalprobe am Mittwoch, 4. Februar, Beginn 19 Uhr .

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