Der Aachener Weihnachtsmarkt wird immer internationaler

Geschäfte laufen gut : Der Weihnachtsmarkt wird immer internationaler

Die Geschäfte am Markt und Katschhof laufen gut. Menschen aus anderen Ländern kommen sogar extra mit Bussen zum Weihnachtsmarkt nach Aachen. Der Einzelhandel hingegen hat in diesem Jahr zu kämpfen.

Bereits seit 29 Tagen schmückt das hölzerne, hübsch beleuchtete Ladendorf Markt und Katschhof. Der Duft von gebrannten Mandeln liegt ebenso in der Luft wie der von defitgen Reibekuchen. Was wäre die Vorweihnachtszeit nur ohne diese Eindrücke – und ohne den Weihnachtsmarkt? Und was wäre der Weihnachtsmarkt ohne seine Kunden?

Die kamen und kommen aus aller Welt, und das bevorzugt mit großen Bussen, weiß Manfred Piana, Geschäftsführer des Märkte und Aktionskreises City (MAC), zu berichten. „Es sind bis jetzt rund 50 Busse mehr angekommen als im Vorjahreszeitraum“, sagt Piana. Und das Publikum werde immer internationaler. Mit dieser Resonanz sei man sehr zufrieden, über die Hälfte der Busse sei aus dem benachbarten Ausland angereist. Darunter Belgier, Niederländer, Franzosen, aber auch Engländer und Spanier. „Unser Konzept ist aufgegangen“, sagt Piana nicht ohne Stolz.

„Angenehme Atmosphäre“

Auch die 130 Aussteller berichteten nur Gutes. „Die Atmosphäre ist angenehm, sie sind zufrieden.“ Kein Wunder, dass sich da alle Marktbeschicker ein Herz gefasst haben und auch in diesem Jahr wieder untereinander Spenden für soziale Zwecke gesammelt haben. 9275 Euro sind zusammengekommen, 2000 Euro allein vom MAC. Überreicht haben sie den Scheck am Donnerstag im Weißen Saal an Oberbürgermeister Marcel Philipp. In diesem Jahr sei daher nicht Angst das vorherrschende Thema, sondern Fröhlichkeit und Mitgefühl. Terrorängste scheinen derzeit keine Auswirkungen auf die Besucherströme zu haben. 

Die würden auch angezogen durch die neue Eisstockschießbahn am Holzgraben. „Die Nachfrage war hoch, es gab viele Reservierungen“, sagt Piana. Daher werde die Bahn auch im nächsten Jahr wieder aufgebaut, allerdings mit kleineren Änderungen. „Es war ein erster Versuch. Wir werden die Bahn sowohl optisch als auch vom Stimmungsbild her noch etwas optimieren.“ Im Fokus der Anpassung stünden Dekoration und Musik, „alles soll vernünftig miteinander harmonieren“, so Piana weiter. Nun erhoffen sich die Aussteller noch ein gutes viertes Adventwochenende. „Für den Handel wird der Samstag gut laufen, der Sonntag wird deutlich ruhiger. Kurz vor Weihnachten kommen erfahrungsgemäß weniger Menschen“, berichtet Piana.

Auf ein konsumstarkes Wochenende hofft auch der Einzelhandel. „Das Weihnachtsgeschäft hat sich über alle Städte hinweg in diesem Jahr sehr schwer getan“, sagt Jörg Hamel, Geschäftsführer des Handelsverbands Nordrhein-Westfalen Aachen-Düren-Köln. „Wir kommen nicht an die Werte aus dem vergangenen Jahr.“ Vor allem der Textileinzelhandel habe schwer gelitten. Die lauen Temperaturen, Sonderangebotstage wie der Black Friday, Online-Konkurrenz – es habe viele Faktoren gegeben, die zu den Einbußen geführt haben. „Es gibt meist zwei Arten von Kunden“, sagt Hamel. „Die, die geplant einkaufen und Black-Friday-Deals nutzen und dann zuschlagen. Und die, die auf den letzten Drücker einkaufen.“

Doch auch viele von diesen Kunden schauen lieber online. Und zwischen Black Friday und Weihnachten shoppten dann meist zu wenige. „Im Online-Bereich wird ein Plus von zehn Prozent prognostiziert. Dieser Trend ist im Einzelhandel nicht zu erwarten“, ergänzt Hamel. Profitieren könnte am letzten Wochenende vor den Feiertagen die Lebensmittelbranche. „Die Samstage vor Weihnachten sind in der Regel geprägt von Lebensmitteleinkäufen“, so Hamel.