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Der Aachener Verein „Afrika Morgen" hat eine Klinik in Kamerun gebaut

Aachener Verein macht´s möglich : Aus einer Ruine in Kamerun wird eine Klinik

Dem Aachener Verein „Afrika Morgen“ ist es nach vielen Anstrengungen in diesem Jahr gelungen, einen Klinikbau in Kamerun fertigzustellen. Der Weg dahin gestaltete sich allerdings kompliziert und teils abenteuerlich.

Er begann vor acht Jahren, als der Staat Kamerun beschloss, sich am Bau einer Klinik zu beteiligen, in der in erster Linie auf der Grundlage der Heilkräutermedizin Kranke behandelt und gepflegt werden sollen. Die staatliche Finanzierung endete leider bereits nach dem Bau der Mauern für das Erdgeschoss. Das Bauwerk drohte zu einer Ruine zu werden. Andreas Dilthey (Vorsitzender des Vereins „Afrika Morgen“) besuchte vor einigen Jahren ein vom Verein unterstütztes Kinder-Waisendorf und entdeckte dabei den angefangenen Klinikbau.

Die Fertigstellung der Klinik schien Dilthey besonders wichtig, weil damit für den überwiegend mittellosen Teil der Bevölkerung eine bezahlbare stationäre Behandlung mit Heilkräutern möglich würde. Dank vieler Aachener Spender und einer Privatinitiative von Hajo Jagdfeld konnte eine Summe von 28.000 Euro eingesammelt werden. Mit diesem Vorschuss erhielt der zukünftige Betreiber der Klinik zusätzlich einen Kredit bei einer Bank vor Ort, so dass die zur Fertigstellung veranschlagte Gesamtsumme von 45.000 Euro aufgebracht werden konnte.

Mit dem hier eingesammelten Geld machten sich Architekt Andreas Dilthey und Toni Innerhofer im Januar auf den Weg nach Kamerun, um den Weiterbau der Klinik zu organisieren. Damit gelang es, den Bau bis Anfang April größtenteils fertigzustellen. Dann fehlte noch Geld für den Anschluss der Wasserversorgung zum Wasserturm, für die dringend notwendige Drainage, um das Gebäude herum und für die Bepflasterung der Zufahrt zur Klinik.

So flogen Hajo Jagdfeld und Christoph Heep Anfang Mai mit weiteren privaten Spenden in Höhe von 5000 Euro noch einmal nach Bamenda, um den Abschluss des Klinikbaus möglich zu machen. Im September wurden die ausstehenden Arbeiten beendet. Zusätzlich hatten sie noch vier Koffer voller im Freundeskreis gesammelter Werkzeuge dabei, um eine im Waisendorf dringend benötigte Reparaturwerkstatt einzurichten.

Freudiger Empfang: Hajo Jagdfeld (hinten links) und Christoph Heep (hinten rechts) schlossen auch viele persönliche Kontakte. Foto: Hajo Jagdfeld

Jetzt aber steht die Inbetriebnahme der Klinik an. In der Vorweihnachtszeit gibt es eine neue Sammelaktion des Vereins, um Inneneinrichtung und Mobiliar der Klinik finanzieren zu können.

Weiterhin soll in der Klinik eine ambulante Praxis eingerichtet werden mit allen notwendigen medizinischen Geräten und Materialien. Dazu gibt es ebenfalls eine Spendenaktion bei Aachener Ärzten und Kliniken. Geplant ist, die benötigten Gegenstände mit einem Sammelcontainer Mitte nächsten Jahres nach Kamerun zu verschiffen.

Falls es in Aachen und Umgebung einen Arzt gibt, der seine Praxis in absehbarer Zeit modernisieren oder schließen wird: Für nicht mehr benötigte Geräte gibt es dankbare Abnehmer. Eine Liste der benötigten Gegenstände ist im Internet auf www.afrikamorgen.de zu finden.

Außerdem werden gesucht: Ärzte, die bereit sind, für einige Wochen oder Monate als Gast des GEHs in der Klinik zu praktizieren, um vor Ort in Bamenda mit ihrem Fachwissen den Menschen zu helfen, oder junge Mediziner, die ein Auslandspraktikum absolvieren möchten.

Wer sich angesprochen fühlt oder mit Spenden helfen möchte, kann sich gerne im Internet über das Projekt informieren oder sich telefonisch melden bei den „Afrika Morgen“ Mitgliedern: Hajo Jagdfeld, 0176/64 25 16 99, oder Andreas Dilthey, 0170/344 80 70.

(red)