Aachen: Der Aachener Künstler Ernst Mack stellt im Kukuk an der Grenze aus

Aachen : Der Aachener Künstler Ernst Mack stellt im Kukuk an der Grenze aus

Zurück im Ausstellungsbetrieb ist der Maler, Musiker und „Dataist“ Ernst Mack, der zu den Urgesteinen der Aachener Kunstszene gehört, mit seiner Ausstellung im Kukuk. In einer Werkschau zeigt er eine Auswahl neuerer und älterer Arbeiten, die seinen künstlerischen Ansatz und seine einzigartige Position in der Aachener Kunstlandschaft deutlich machen.

Intensive Blautöne und viel Schwarz sind neben Graunuancen und etwas Gold die Farben, auf die das Licht fällt und durch die das Licht von hinten heraus zu drängen scheint. Wie Blockschaltbilder, frühe elektronische Darstellungen mit einem Hang zum Archaischen, wirken die Gemälde. Da gibt es Linien und Leitungen wie auf Platinen, Codes, Symbole und Anklänge an Partituren, sichtlich Experimentelles und gemalte Musik, die den Ausgangspunkt bildet.

Große Kompositionen und gewaltige Synergien entstehen aus den Struktursystem- und Farbgefügen auf der Leinwand, deren Konzept Mack „Data“ nennt. Das Zusammenspiel von Elektronik, Klangexperimenten und Malerei beschäftigt ihn seit den siebziger Jahren, in denen er zum leider vergessenen Kulturverein „Burtscheider Schule“ gehörte.

Ernst Mack komponiert, macht elektronische Musik und malt ganze Sätze von Schalt- und anderen Bildern in Farben, die er selbst anrührt. Besonders die Blautöne und vor allem der teils körperhafte Farbauftrag mit Mattigkeit und Glanz faszinieren. Was wie eine Hommage an das Blau von Yves Klein aussehen könnte, ist nicht so gemeint — es ist die Weite und Tiefe des Blau an sich, das Ernst Mack interessiert. Dynamisch-düster fließt der dunkle „Malstrom“, madonnenhaft blau ist der „Maialtar“, der mit seiner Licht- und Farbgebung an tiefe Gläubigkeit und bei Mack selbst an eine Kindheit in einem katholischen Internat voller religiös-opulenter Zeichen im schwäbischen Donauwörth erinnert.

Generell ist es die Verknüpfung von Farbe und Licht mit Klang, von erinnerter und gelebter Tradition wie Religion mit immer Neuem, was Ernst Mack bewegt. In diesem Sinne fühlt er sich heute noch seinem Kunstprofessor, Ernst Wille, verpflichtet, der den Zweifel in seinen Schülern nährte und sie zu Selbstkritik verpflichtete. „Ich bin ein Seismograph meiner Seele“, sagt der Künstler, „meine Bilder sind Seelenbilder.“

Trotz aller Wandlungen bleibt Mack sich selbst treu und zeigt seine unverkennbare Handschrift in alten und neuen Arbeiten auf Leinwand, Fundstücken und Stein. Nur seine legendären Gemälde auf Campingliegen vom Sperrmüll, die ihn in den frühen neunziger Jahren bekannt gemacht haben, hat er nicht mitgebracht — sie wären einfach zu raumgreifend gewesen.

Die Ausstellung „Ernst Mack — Malerei“ hängt noch bis zum 23. September im ehemaligen deutschen Zollhaus an der Eupener Straße 420 und kann freitags und samstags von 14 bis 19 Uhr, sonntags von 11 bis 19 Uhr sowie nach Absprache mit Ernst Mack besichtigt werden. www.ernstmack.de

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