Der Aachener Friedenslauf

Schon rund 2000 Meldungen : Ein Zeichen gegen Krieg auf der ganzen Erde

„Der Friedenslauf bietet die Möglichkeit, aktiv zu werden“, sagt Hildegard Bodewig, Schulleiterin der Städtischen Gemeinschaftsgrundschule Brühlstraße in Eilendorf. Die dritten und vierten Klassen ihrer Schule werden im Juli am 18. Aachener Friedenslauf teilnehmen. Und da das Thema Krieg für die Kinder sehr belastend sei, biete der Friedenslauf die willkommene Chance, selber etwas zu tun. „Und das gibt den Kindern ein gutes Gefühl“, meint Bodewig.

Die Anmeldephase zum diesjährigen Friedenslauf und dem entsprechenden Begleitprogramm laufen bereits. Rund 2000 Läuferinnen und Läufer von 20 Schulen haben sich bereits angemeldet, „aber da ist noch viel Platz für weitere Interessenten“, sagt Matthias Fischer vom Netzwerk Aachener Schulen gegen Gewalt und Rassismus. Da sich in diesem Jahr der Beginn des zweiten Weltkrieges zum 80. Mal jährt, haben ihn die Organisatoren in den Mittelpunkt gestellt. „Auch 74 Jahren nach Ende des Zweiten Weltkrieges müssen wir konstatieren, das Antisemitismus, Rassismus und übersteigerter Nationalismus immer noch vorhanden sind, oder sogar zunehmen“, sagen die Veranstalter. Deshalb wollen sie gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen ein Zeichen für den weltweiten Frieden setzen.

„Wir laufen für eine friedlichere Welt – Nie wieder Krieg“ lautet der Aufruf, dem die Jungen und Mädchen der GGS Brühlstraße sehr gerne folgen. Sie haben sich Gedanken über das Leben im Krieg und im Frieden gemacht, und ihre Ausführungen sind im Begleitheft zum Friedenslauf am 5. Juli nachzulesen. „Der Friedenslauf ist toll, weil das Thema Weltkrieg ja eigentlich nicht so schön ist und man so etwas tun kann“, meint die zehnjährige Leana. Und Greta (10) findet es gut, dass „so viel Geld für nützliche Sachen gespendet werden kann“. Die Schüler sind schon jetzt mit Feuereifer bei der Sache, und wollen so viele Runden wie nur möglich laufen.

Als Begleitprogramm hat die Schule „Trude Traurig trifft Willi Wütend“ gebucht, und auch das gefällt der Schulleiterin sehr gut, da dieser Workshop ein Beitrag zum friedvollen Miteinander direkt vor Ort sei. Aber auch für die älteren Schüler gibt es eine Reihe von Angeboten wie beispielsweise Workshops zu Themen wie: „Religiöse Vielfalt als Chance“, „Gegen Gewalt hilft nur Gewalt! Oder?“ und „Versöhnung, Frieden und Zufriedenheit – Unser Beitrag für eine Zukunft ohne Krieg“.

Besonders am Herzen liegt Matthias Fischer eine vierstündige Busfahrt durchs Dreiländereck, die sich unter dem Titel „Wege des Vergessens“ auf Spurensuche begibt und und unter anderem Kriegsgräber sowie den Westwall besucht. Organisiert wird diese Fahrt von der Volkshochschule. Fischer weist noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass das gesamte Begleitprogramm kostenlos gebucht werden kann: Voraussetzung sei allerdings die Teilnahme am Friedenslauf.

Laut Kristina Blömer, Referentin für Friedensdienste, pax christi im Bistum Aachen, wurden beim Friedenslauf im vergangenen Jahr 57.500 Euro Spenden erlaufen. Das Geld kommt verschiedenen Friedensprojekten zugute. Für die Organisation des Aachener Friedenslaufs zeichnet ein Trägerkreis aus unterschiedlichen Akteuren verantwortlich. Und die Volleyballerin Kirsten Knip (Ex-Ladies in Black) unterstützt den Lauf als Botschafterin.

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