Aachen: Den AKV ziehts ins Haus Löwenstein

Aachen: Den AKV ziehts ins Haus Löwenstein

Der AKV (Aachener Karnevalsverein) ist guten Mutes. In ruhiger, harmonischer Atmosphäre ging am Dienstagabend die Jahreshauptversammlung des Nobelvereins über die Bühne.

Knapp 90 des mittlerweile 400 Mitglieder umfassenden Herrenvereins waren in den Lenné-Pavillon des Spielkasinos gekommen, um die Weichen für das nächste Jahr zu stellen.

Erfolgreiche Veranstaltungen

Die Veranstaltungen der vergangenen Session - wie Masquerade, Carnevale, Florresei, die Kaffeevisite - seien allesamt erfolgreich gewesen, führte AKV-Präsident Werner Pfeil aus, bis er in die Details ging. Denn auch dem ist das Kleingeld ausgegangen. Um nahezu 50 Prozent gingen die Sponsoreneinnahmen zur Fernsehsitzung zurück. „Obwohl die Übertragung mit 4,6 Millionen Zuschauern als einzige Karnevalssendung ein Quotenplus brachte”, sind der Präsident und sein Schatzmeister Torsten Peters nicht gerade glücklich über die finanzielle Entwicklung des Vereins. Denn auch die noblen Narren müssen sparen, sparen, sparen. So wurden die Beherbungs- und Bewirtungskosten der Ehrengäste zur Festsitzung um 40 Prozent zurückgefahren, in der Geschäftsstelle wurden Personalkosten eingespart. Die verwaiste Stelle von Ex-Geschäftsführer Patrik Hoesch wurde nicht mehr besetzt.

Einen besonderen Service bietet der AKV auf Youtube. Dort sind Zusammenfassungen der Radio- und Fernsehübertragungen aus 60 Jahren zu sehen. „Auch auf Facebook sind wir vertreten”, sagte Pfeil. Für ihn ist erfreulich, dass neue Sponsoren an Land gezogen werden konnten, alte Verträge verlängert wurden und Peters Konsolidierungskurs erfolgreich greift.

Für die Zukunft hat der Nobelnarrenverein noch einiges vor. Er plant seinen Umzug vom Alten Kurhaus ins Haus Löwenstein am Markt.

„Wenn die Infostelle der Route Charlemagne zum Katschhof zieht steht das große repräsentative Haus beinahe leer”, weiß Pfeil. Im Erdgeschoss könnte man daher mit finanzieller Unterstützung des Landschaftsverbandes und einiger Sponsoren die wertvolle stadthistorische Sammlung Crous präsentieren. Eine Dauerausstellung und mehrere Wechselausstellungen jährlich würden sich geradezu anbieten.

Mitten im Stadtkern

Das Haus Löwenstein befinde sich im Übrigen mitten im Stadtkern, das Alte Kurhaus jedoch eher am rand des Kerns, „das zieht die Touristenmassen nicht gerade an”, begründete der AKV-Präsident.

In die multimediale Dauerausstellung könnte dann auch das wertvolle Münzkabinett aus der Burg Frankenberg integriert werden. Pfeil hat schon mit Oberbürgermeister Marcel Philipp und den Fraktionsvorsitzenden der Ratsparteien gesprochen und ist dort auf Interesse gestoßen.

Ein 60-seitiges Konzept für Umbau und Nutzung hat er auch schon erstellt. Vorher aber müsse noch geklärt werden, wie die schon bis zum Jahr 2020 vom AKV gezahlte Miete für die Räume im Alten Kurhaus verrechnet werden können.

Auf jeden Fall müssen eine außerordentliche Mitgliederversammlung des AKV entscheiden, wenn alles in die Wege geleitet werden könne.

Die Jahreshauptversammlung ehrte Bernd Carl, den langjährigen Beiratsvorsitzenden der Sammlung Crous für sein großes Engagement und ernannte ihn mit tosendem Applaus zum Ehrenmitglied. Vor ein paar Wochen war Carl von seinem Amt und als Elferrat zurückgetreten, „Genug ist genug”, kommentierte Carl, die Arbeit werde einfach zuviel. Für ihn ist der langjährige Beirat Willi Kick in den Elferrat eingezogen.