Aachen: Demo am Elisenbrunnen: Kohle ist den Klimaschützern zu dreckig

Aachen : Demo am Elisenbrunnen: Kohle ist den Klimaschützern zu dreckig

Berlin im Kleinformat, mitten in Aachen. Am Sonntag demonstrierten zahlreiche Klimafreunde in der Hauptstadt vor dem Kanzleramt für das Kohle-Aus. Ebenso in Aachen, nur kleiner: Rund 60 Personen besangen und bewarben vor dem Elisenbrunnen den Ausstieg aus der Kohle.

„Wir wollen Aachen auf die Thematik aufmerksam machen“, erklärte Demo-Initiatorin Anna Wedekind. „Schließlich haben wir hier die riesigen Löcher direkt vor der Haustüre.“ Die Demonstranten fordern einen raschen und zugleich sozialverträglichen Ausstieg aus der Kohleförderung.

Hintergrund der Aktion ist eine von der Bundesregierung eingesetzte Kommission, die in der kommenden Woche beginnt, über den Kohleausstieg in Deutschland zu verhandeln. Neben zahlreichen politischen Vertretern sind auch Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft sowie von Umweltverbänden Teil der Kommission. Es sei „die Chance, für die wir so lange gekämpft haben“, steht auf einem Infoblatt der Protestanten. Dabei stehen Berlin und Aachen keineswegs alleine da: In über 30 deutschen Städten wurde am Sonntag demonstriert.

„Ich bin perplex, dass so viele Leute gekommen sind“, sprach Wedekind vor der Rotunde zu den Demonstranten. Gemeinsam sangen sie „Anti-Kohle“-Lieder, bevor im Anschluss unter anderem über den aktuellen Stand am Hambacher Forst debattiert wurde. Eine Stunde lang stand die Braunkohle im Fokus am Elisenbrunnen, nicht zuletzt durch ein auffälliges, gelbes Banner, das vor den Säulen ausgelegt wurde. „Aachen sagt: Stop Kohle“, stand mit roter Schrift darauf.

Schwarze Handabdrücke

„Wir malen das Banner jetzt mit schwarzen Handabdrücken“, kündigte Wedekind an. Gesagt, getan. Zwei Dutzend Personen tunkten ihre Hände in schwarze Farbe, um sie anschließend auf das Plakat zu pressen. „Wir wollen damit zeigen: Kohle ist uns zu dreckig“, sagte Wedekind, deren Handinnenseiten inzwischen pechschwarz waren. Außerdem streckten alle Teilnehmenden die dreckigen Hände in die Höhe, um den Kohlestopp zu verdeutlichen.

Besonders in der Schusslinie der Aachener Demonstranten: Ministerpräsident Armin Laschet. Er solle „die Augen öffnen, Verantwortung wahrnehmen“, hieß es auf einem der Plakate. Schließlich lag Nordrhein-Westfalen im Jahre 2016 laut Zahlen des Umweltbundesamtes beim Anteil der Kohle am Strommix im Bundesdurchschnitt auf dem dritten Rang.

Unter den Demonstranten waren vor allem Aktivisten und Aktivistinnen von Umweltschutzorganisationen wie Campact, dem BUND sowie Greenpeace. „Die Wissenschaftler sind sich einig: Die Kohle ist der Klimakiller Nummer Eins in Deutschland“, erläutert Jöran Stettner aus der Energiegruppe von Greenpeace. Es sei der Baustein, der angepackt werden müsse, um die Klimaziele noch erreichen zu können, betont Stettner: „Denn derzeit werden die Ziele krachend verfehlt.“