Aachen: Datenprobleme: Aseag kündigt irrtümlich 600 Kunden

Aachen : Datenprobleme: Aseag kündigt irrtümlich 600 Kunden

Offenbar ist ordentlich der Wurm drin: Nachdem die Aseag in den vergangenen Wochen und Monaten allerhand Scherereien bei der Verteilung von Semester- und School&Fun-Tickets hatte, bekamen nun 600 Inhaber von School&Fun-Tickets die Kündigung. Dass die Aseag die Kunden rausgeschmissen hat, trifft es nicht ganz. Es war die elektronische Datenverarbeitung, und die machte das ganz automatisch.

Auch das neuerliche Problem hängt zusammen mit dem neuen E-Ticket. Für den elektronischen Fahrschein, der zunächst bei den Abonnements eingeführt wird, sei eine Umstellung der Software notwendig, erklärt Aseag-Sprecher Paul Heesel. Damit war der Ärger programmiert.

Denn bei den Daten zu den School&Fun-Tickets, die von den Schulen übermittelt wurden, hätten die Bankverbindungen gefehlt, berichtet Heesel. „Die gingen davon aus, dass uns die Kontodaten vorliegen.“ Damit haben sie aber das Programm offenbar überschätzt. „Die neue Software hat nicht auf die alten Daten zugegriffen“, sagt Heesel.

Stattdessen folgte die Technik einer anderen Logik. Weil ohne Bankverbindung das Geld für die Schülerfahrkarten nicht abgebucht werden konnte, gingen automatisch Kündigungen an die Betroffenen raus. Mit Mahnungen, die üblicherweise vorausgeschickt werden, hielt sich das Aseag-Programm nicht lange auf. „Da ist etwas schiefgelaufen“, konstatiert denn auch Aseag-Sprecher Heesel. Nun werde auch ins alte Programm geschaut, um fehlende Daten bei Bedarf zu ergänzen. „Wir hoffen, dass das Problem jetzt gelöst ist“, sagt Heesel, bei solchen Software-Umstellungen könne halt immer mal „etwas haken“.

Einen Fehlstart bei einem anderen Projekt will die Aseag gerne vermeiden. Der neue „NetLiner“, der zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember im Aachener Süden verkehren soll, startet deshalb zunächst als traditioneller Linienbus. Von der Idee, das kleinere Fahrzeug mit 20 Plätzen als bedarfsorientierten „Rufbus“ einzusetzen, nimmt die Aseag keineswegs Abstand. Ab Mitte nächsten Jahres sollen Fahrgäste in Walheim, Schmithof und Sief den „NetLiner telefonisch oder online buchen können, um sich frei von Linienwegen oder Fahrplänen chauffieren zu lassen.

Zuvor allerdings soll die Kundschaft den kleinen Bus in einer Pilotphase kennenlernen. Bei einer Bürgerinformationsveranstaltung sei die Aseag auf „Vorbehalte“ gestoßen, sagt Heesel. „Die Leute sind auf feste Linienverbindungen eingestellt.“ Deshalb verkehrt der „NetLiner“ ab 10. Dezember montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr und 20 bis 23 Uhr sowie am Wochenende von 8 bis 23 Uhr stündlich zwischen Schleckheim und Sief. Als Rufbus soll er später flexibler sein, allerdings müssen sich die Fahrgäste registrieren. In der Pilotphase sollen laut Heesel Erfahrungen gesammelt werden.

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