Aachen: Das Welthaus ist wirklich 15 Jahre alt geworden

Aachen: Das Welthaus ist wirklich 15 Jahre alt geworden

Mit viel Musik, einer Tanzaufführung und gutem Essen hat das Welthaus Aachen seinen 15. Geburtstag gefeiert. „An dem Haus ist so wunderbar, dass es nie feste Regeln gab, aber immer was zu tun”, freute sich Bürgermeisterin Hilde Scheidt in ihrer Ansprache.

Sie hat die Entstehung der Einrichtung von Anfang an begleitet und erinnerte sich gern daran, „wie wir auf der Suche mit dem Bus durch die Stadt gefahren sind und uns leere Häuser angeschaut haben”.

Schließlich wurde das Haus An der Schanz 1 gefunden, „und es ist eine ziemlich einzigartige Sache, dass so viele Initiativen in einem Haus zusammen arbeiten”. 23 Umwelt- und Eine-Welt-Gruppen haben sich unter dem Dach des Welthauses zusammengefunden. Ermutigend war für die Bürgermeisterin immer der Gedanke: „Man kann etwas tun. OB Umwelt, Verkehr, Ernährung - wenn wir nicht daran arbeiten, dass diese Welt eine Welt wird, dann kommen wir nicht weiter.”

Am Anfang habe es Vorbehalte gegeben, dass das Haus eine „linke Bastion” werde. Heute sei das kein Problem mehr, doch ganz verschwunden sei das Vorurteil noch nicht. „Das Haus muss finanziell unterstützt werden, denn was hier ehrenamtlich geleistet wird, ist vorbildlich.”

„Es ist unser ganz ganz großer Wunsch, dieses Haus klimatechnisch aufzuwerten, schloss sich Birgitta Hollmann, ehrenamtliche Geschäftsführerin des Welthauses, an. Sie bezog sich damit auf die veraltete Bausubstanz des Gebäudes. Lediglich im Erdgeschoss hat die Deutsche Bahn wegen der Nähe der Geleise neue schall- und wärmegedämmte Fenster einbauen lassen. Alle anderen Fenster sind von anno dazumal.

Ein Jahr nach der Einweihung des Hauses hatten sich die Gruppen bei der damaligen Feier selbst auf die Schippe genommen und ihre vielen Schwierigkeiten, die beim Zusammenwirken entstanden waren. Stets galt es, die verschiedenen Interessen und Meinungen unter einen Hut zu bringen, wie Hollmann in einer Diashow humorvoll Revue passieren ließ.

Doch sie ziehen an einem Strang, Ökologie-Zentrum, Elternschule, Öcher Frönnde, Terre des Hommes und alle weiteren Institutionen im Haus. Es wurde gemeinsam angepackt und vieles hergerichtet, beispielsweise der schöne kleine Garten. Ein gemeinsames Projekt stand von Anfang an unter einem guten Stern: die Partnerschaft mit dem südafrikanischen Kayelitsha, heute Stadtteil von Kapstadt. Seit 1998 gibt es die Partnerschaft Aachen-Kapstadt, seinerzeit als Agenda-21-Projekt von den Welthaus-Leuten ins Leben gerufen.

Bekannt ist vor allem eine spezielle Aktivität: Jahr für Jahr werden ausgediente Fahrräder gesammelt und nach Südafrika transportiert. „Bisher haben wir zehn Container geschickt, resümierte Birgitta Hollmann und zeigte Bilder von dem logistisch höchst aufwändigen Unternehmen. Vor kurzem ist das Innere renoviert worden und erstrahlt in neuem Glanz.

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