Aachen: Das Velocity-Projekt ist offiziell beispielhaft

Aachen : Das Velocity-Projekt ist offiziell beispielhaft

Sechs Stationen sind fertig, mehrere Dutzend Elektrofahrräder stehen parat. In den nächsten Wochen soll Velocity Aachen, das öffentlich zugängliche E-Bike-Verleihsystem, endlich offiziell an den Start gehen.

Dann kann man zum Beispiel am Westbahnhof ein E-Bike ausleihen und es am Städteregionshaus in der Zollernstraße wieder abgeben. Oder im Informatikzentrum. Oder an der Forckenbeckstraße, am Seilgraben, an der Bayernallee. Die Stationen am Hauptbahnhof und am Elisenbrunnen sind in der Vorbereitung, auf dem Campusgebiet sollen gleich drei davon entstehen.

Das ehrgeizige Etappenziel von Velocity: 20 Stationen in Aachen und rund 100 E-Bikes. Die Landesregierung ist so angetan von der Sache, dass sie Velocity als eines von 1000 beispielhaften Projekten der Initiative KlimaExpo NRW präsentiert und begleitet. Die entsprechende Urkunde überreichte der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) am Montagmorgen persönlich an der Velocity-Station Westbahnhof, Seffenter Weg/Mies-van-der-Rohe-Straße. Dort hat der umweltbewusste Verkehrsteilnehmer künftig die Auswahl zwischen E-Bike, Carsharing, Bus und Bahn.

Entstanden ist Velocity 2013 aus einer studentischen Initiative. „Wir haben uns gefragt, was fehlt“, erläutert der Geschäftsführer des jungen Unternehmens, Dennis Brinckmann. Das E-Bike-Verleihsystem sei flexibel, umweltschonend und auch der „anspruchsvollen Aachener Topographie“ gewachsen. Erste Unterstützung kam unter anderem von den Hochschulen und der Stadt Aachen, private Investoren erkannten schnell das Potenzial des Modells. Zwei Testphasen mit mehreren 100 Nutzern sind erfolgreich absolviert. „Ein rundum durchdachtes System“, befand auch Heinrich Dornbusch, Vorsitzender Geschäftsführer von KlimaExpo NRW.

„Es schmerzt mich heute noch, dass die Tram in Aachen versenkt wurde“, bekannte der NRW-Verkehrsminister. Dass die Aachener die Campusbahn per Bürgerentscheid abgelehnt hätten, sei ein „verheerendes Ergebnis“ gewesen. Umso erfreulicher findet der Mann mit dem „Aachen-Trauma“ es, dass nun das E-Bike als massentaugliches Verkehrsmittel etabliert werde. „Das ruft nach einer schnellen Verdichtung der Stationen“, gab Groschek den jungen Machern von Velocity mit auf den Weg.

Und er bat um Erfahrungsberichte, damit andere Kommunen profitieren können. Schließlich musste das junge Aachener Unternehmen viele Hürden nehmen, was den Start verzögerte.

(mg)
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