Aachen: Das Vegla-Haus wird abgerissen

Aachen : Das Vegla-Haus wird abgerissen

Hubertus Neßeler hat im Frankenberger Viertel Großes vor: Am Freitag startete für die Anwohner im Viertel die erste Präsentation dessen, was die Aachener Baugruppe aus dem ehemaligen gläsernen Vegla-Haus an der Ecke Viktoriaallee und Bismarckstraße bis 2020 machen will.

„Wir sind zu dem Entschluss gekommen, dass das Gebäude nicht umgebaut werden kann“, beantwortet Hubertus Neßeler vor Ort die zentrale Frage „Abriss oder Umbau“ des riesigen Glaskomplexes.

Man habe sich mit dem Düsseldorfer Architekturbüro „HPP Architekten“ in Verbindung gesetzt. Das Büro plante 1978 bis 1982 das zentrale Verwaltungsgebäude des damaligen Glasproduzenten „Vegla“, einer 100-prozentigen deutschen Tochter des weltweit tätigen St-Gobain-Konzerns.

Doch niemand kannte mehr die Pläne des Großbaus, der nach den damals neuesten Erkenntnissen der Klimatechnik ausgestattet war, weil die repräsentativen, hellgrünen Glasflächen einen immensen Kühlbedarf hatten.

Allerdings war das genau das „Todesurteil“ für das „Aquarium“, wie es die Nachbarn nannten, für jene Großarchitektur, mit der auch das Aachener Klinikum heute zu kämpfen hat. Die Pläne von Neßeler und Grünzig — gebaut wird von der Firmen-Tochter „np3 GmbH“ — sind nun dem Viertel angepasst und von kleinteiliger Natur.

Die Front sowohl in der Viktoriaallee wie in der Bismarckstraße soll die im gesamten Viertel bestehende Blockrandbebauung wieder aufnehmen und in fünfgeschossiger Bauweise plus einem Dachgeschoss ausgeführt werden.

Sowohl Drei- wie Vierfensterhäuser wird es geben, 100 bis 120 Wohnungen sind es für Familien, im hinteren Teil der Bismarckstraße gegenüber der Einmündung der Drimborn­straße sollen an die 100 Studentenappartements gebaut werden. Mit den Wohnungen wird rund 9000 Quadratmeter Raum geschaffen, die Wohnfläche für die Studenten wird rund ein Drittel, nämlich etwa 3000 Quadratmeter, umfassen.

In den Erdgeschossflächen soll es Raum für einen Supermarkt, „wahrscheinlich ein Vollsortimenter“ (Neßeler) und andere Geschäfte geben, ein Bürotrakt soll unter anderem Praxen aufnehmen. „Es ist der normale Mix“, sagt Neßeler, hervorzuheben sei eventuell ein Biomarkt. Die ersten Bauvoranfragen liegen der Stadt bereits vor, das Projekt wurde im Planungsausschuss am Donnerstagabend wohlwollend aufgenommen.

Mehr von Aachener Nachrichten