Aachen: Das unscheinbare Hêvî-Haus ist jetzt ein echter Hingucker

Aachen : Das unscheinbare Hêvî-Haus ist jetzt ein echter Hingucker

Hope, esperanza, hêvî — was haben diese Worte gemeinsam? Sie alle bedeuten „Hoffnung“, auf Englisch, Spanisch und Kurdisch, und sie alle verschönern seit neuestem die Fassade des Hêvî-Hauses in der Stolberger Straße, Ecke Elsasstraße in Aachen.

Hêvî ist ein Bildungs- und Integrationsverein, der sozial benachteiligten Jugendlichen ein Nachhilfe- und Mentoringprogramm bietet. Zudem wollen die ehrenamtlichen Mitarbeiter junge Flüchtlinge mit interessierten Aachenern zusammenbringen, um zusammen Deutsch zu lernen, Freizeitaktivitäten nachzugehen oder Hilfe bei der Wohnungs- und Jobsuche zu finden. So sollen vor allem auch Vorurteile abgebaut und das Gemeinschaftsgefühl sowie der Zusammenhalt der Jugendlichen gestärkt werden. „Wir wollen nicht nur die Noten der Jugendlichen verbessern, sondern auch den Menschen dahinter sehen und ein guter Ansprechpartner sein“, sagt Johannes Artz aus dem Hêvî-Vorstand.

Problem war bisher nur, dass der Verein im Ostviertel zwar bekannt, das Hêvî-Haus an sich aber unscheinbar und kaum als solches zu erkennen war. Nur ein Schild im Fenster wies auf die Bedeutung des Gebäudes hin. Das wollte der Verein jetzt mit einem Graffiti-Projekt ändern. Insgesamt zehn Jugendliche im Alter von zwölf bis 18 Jahren haben mit den Betreuern drei Tage lang zusammengearbeitet, um die Hauswand und eine angrenzende Mauer, die vom Nachbarn „Alno Küchenwelten Adam“ zur Verfügung gestellt wurde, mit Graffiti zu gestalten.

Thema Hoffnung

Dafür sammelten die frisch gebackenen Künstler erst einmal Begriffe und Symbole zum Thema „Hoffnung“, um dann gemeinsam ein Motiv zu entwerfen und an die Wand zu bringen. Entstanden ist so ein buntes und fröhliches Bild, auf dem sich die Jugendlichen selbst in Form einer Menschenkette verewigt haben. Drumherum Blumen, ein Vogel, die Sonne. „Für fast alle Teilnehmer war es jetzt das erste Mal, dass sie überhaupt eine Spraydose in der Hand gehalten haben. Aber wir waren alle mit viel Motivation dabei und sind wirklich stolz auf unser Kunstwerk“, freut sich die Projektleiterin Felicitas Brüntgens.

Für die Fassade des Hêvî-Hauses haben die Jugendlichen Schilder gestaltet, auf denen das Wort „Hoffnung“ in vielen verschiedenen Sprachen übersetzt steht. „Unter dem kurdischen Wort ‚hêvî‘ kann man sich ja erstmal nicht so viel vorstellen. Mit den Schildern wollen wir zeigen, dass wir ein multikultureller und vielfältiger Verein sind, bei dem wirklich jede Nation willkommen ist“, erklärt Felicitas Brüntgens. Möglich gemacht wurde das Projekt durch die Unterstützung vom Serviceclub Round Table 58 Aachen.