Aachen: Das Tuchmacherviertel nimmt weitere Hürde

Aachen : Das Tuchmacherviertel nimmt weitere Hürde

Ein neues Viertel im Südwesten von Brand nimmt Gestalt an: Im Planungsausschuss herrschte in allen Fraktionen großes Lob für die Arbeit des Investors für das auf dem Grund der ehemaligen Tuchfabrik Becker geplanten „Tuchmacherviertels“ mit 98 Einfamilienhäusern und etwa 170 weiteren Wohneinheiten, darunter viele in Terrassenlage und mit Blick ins Grüne.

Investor und Planer ist die Aachener Nesseler-Gruppe gemeinsam mit der Amsterdamer Gruppe Brack Capital Germany, die die Grundstücke der 2012 geschlossenen Tuchfabrik Becker erworben hatten, und jetzt dort Häuser und Wohnungen für Familien errichten wollen.

Im Planungsausschuss wurden für die einstimmig beschlossene Offenlage des Bebauungsplanes 978 noch dreizehn weitere Änderungen beschlossen, die allerdings im Vorfeld eng von der Stadtverwaltung mit den Planern von Nesseler Projektidee abgestimmt worden waren. Diskussionen hatte es im Vorfeld bereits um die Erhaltung der Bäume auf dem 54.000 Quadratmeter großen Gelände gegeben, darunter alte Prachtexemplare mit großen Baumkronen, von denen allerdings nur drei erhalten werden können. Im Umweltausschuss hatte man daraufhin beschlossen, dass zwei Drittel des Baumbestandes auf dem Plangebiet wíeder angepflanzt werden müssen.

Diese zwei Drittel werden die Planer aber nicht erreichen können, haben dafür aber auch den Segen der Verwaltung. Nach Berechnungen des planungspolitischen Sprechers der SPD, Norbert Plum, kommen aber immerhin 60 Prozent Neubepflanzung auf dem Areal heraus. Auf den geplanten öffentlichen Flächen des Wohngebietes sollen 50 Bäume angepflanzt werden. Probleme für den neuen Baumbestand macht vor allem die Vielzahl der geplanten Tiefgaragen, auf deren Dächer keine Bäume gepflanzt werden können. Immerhin sollen jetzt insgesamt 125 Bäume im Plangebiet angeordet werden, eine Zahl, die den Planungspolitikern reichte.

Grünfläche für die Allgemeinheit

Im Neubaugebiet sollen nicht nur Parkplätze im Untergrund, sonderen auch 81 Stellplätze innerhalb der öffentlichen Verkehrsfläche angelegt werden. Für den Kernbereich des Tuchmacherviertels hatte man einen sogenannten Quartiersplatz vorgesehen. Dieser Platz zur freien öffentlichen Nutzung wird nun ebenso als Kinderspielplatz mit entsprechenden Geräten genutzt werden, eine private Grünfläche in einem Innenhof an der Niederfortbacher Straße wird dauerhaft für die Allgemeinheit zugänglich gemacht.

In dem mit der Nesseler-Gruppe abgeschlossenen städtebaulichen Vertrag ist vorgesehen, eine mindesten fünfzügige Kindertagesstätte zu errichten. Die Gespräche mit der unmittelbaren Nachbarschaft in dem Brander Randbezirk hatte ergeben, dass man sich unbedingt auch eine Bäckerei dort wünsche.

Innerhalb der Gruppe Nesseler Projektidee betreut Juniorchef Nisse Neßeler das Projekt. Neßeler zeigte sich am Freitag sehr zufrieden mit den Beschlüssen des Planungsausschusses und kündigte an, dass man bereits im Herbst, also etwa in einem halben Jahr, mit dem Abriss der alten Fabrikhallen auf dem Gelände der Tuchfabrik beginnen wolle. Den Baubeginn des Projektes sieht Neßeler noch im Jahr 2019, bis etwa 2021 soll das Brander Tuchmacherviertel dann fertiggestellt sein.

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