Aachen: Das Solarfeld auf Camp Hitfeld soll doch noch aufblühen

Aachen: Das Solarfeld auf Camp Hitfeld soll doch noch aufblühen

Im dritten Anlauf soll nun endlich der Verkauf über die Bühne gehen und das seit langem geplante Solarfeld im Aachener Süden Gestalt annehmen: Für den seit nunmehr 25 Jahren vor sich hingammelnden ehemaligen belgischen Militärstützpunkt Camp Hitfeld sollen möglichst noch in diesem Jahr neue Zeiten anbrechen.

In diesen Tagen hat die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) eine neue Runde im Bieterverfahren für das annähernd 44 Hektar große Militärgelände eröffnet. Zum Verkauf steht eine knapp 38 Hektar große Teilfläche, auf der den Planungen in Absprache mit der Stadt Aachen zufolge künftig großflächig Sonnenenergie geerntet werden soll. Die restliche Fläche wird die Bima behalten und renaturieren.

Im Gespräch ist das Vorhaben bereits seit 2010, erneut aufgegriffen wurde es 2012, doch die ungeklärte Altlastenfrage erwies sich damals als echtes Verkaufshemmnis. Heute — fünf Jahre später — zeigt sich Michael Kotthaus vom Kölner Verkaufsteam der Bima zuversichtlich, bis zum Sommer zu einem Abschluss zu kommen.

Zwar gilt die im Boden flächenhaft verbaute Schlacke nach wie vor als problematisch, doch geklärt sei inzwischen, dass sie nicht abgetragen und aufwendig entsorgt werden muss. Die ausgiebige Prüfung habe ergeben, dass sie im Boden verbleiben kann, sofern keine tiefergehenden Eingriffe erfolgen, sagt Kotthaus. Dies sei beim Bau eines Solarfelds nicht zu erwarten, da die Anlagen lediglich oberirdisch verschraubt werden.

Der neue Eigentümer muss sich allerdings auf regelmäßige Kontrollen und Bodenproben gefasst machen. So soll sichergestellt werden, dass keine Schwermetalle, Arsen Mineralöle oder polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe ins Grundwasser geraten. Das ehemalige Camp liegt im Wasserschutzgebiet Eicher Stollen. Belastet ist allen Untersuchungen zufolge bislang nur das Oberflächenwasser auf dem Gelände.

Durch die neue bodenschutzrechtliche Bewertung werde der Kauf des Areals für jeden Interessenten wirtschaftlich interessanter, ist Kotthaus überzeugt, der nun auf neue Kaufangebote wartet. Gut 20 Bieter haben auch vor fünf Jahren schon Interesse gezeigt, weniger werden es auch diesmal kaum sein. „Mir würde aber auch ein gutes Angebot reichen“, meint Kotthaus. Die Ausschreibung endet am 30. Mai. Der Verkauf soll dann zügig abgewickelt werden.

Auf den Käufer werden allerdings noch einige Aufräumarbeiten zukommen. Denn das Anfang der 1950er Jahre errichtete Camp rottet seit 1992 vor sich hin. Die ehemaligen Kasernengebäude, ein Kanisterlager und eine stillgelegte Kläranlage sind verfallen und teils auch durch Vandalismus schwer beschädigt. Im Boden könnten noch Blindgänger aus alten Kriegstagen lauern.

Und längst hat sich auch die Natur wieder ausgebreitet. Inmitten des Wildwuchses haben sich offenbar auch wieder schutzwürdige Tiere angesiedelt, was die künftigen Planungen ebenfalls nicht erleichtern wird. Auch die Stromeinspeisung ins Netz könnte sich noch als unangenehmer Kostenfaktor erweisen, da durchaus längere Leitungen verlegt werden müssen.

Auch die Stawag hat vor Jahren bereits Interesse an einem Solarfeld auf Camp Hitfeld gezeigt. Ob sich der örtliche Energieversorger erneut an einer Ausschreibung beteiligen wird, konnte am Dienstag allerdings noch niemand sagen.

Sollte die problematische Fläche jetzt tatsächlich wie erhofft vermarktet werden können, werden wohl auch die städtischen Planungspolitiker erleichtert aufatmen, die sich im Laufe der Jahre schon mit den unterschiedlichsten Verwendungsmöglichkeiten befassen mussten. Die Ideen reichten von einem Gewerbegebiet über einen Golfplatz bis hin zum Tivoli-Standort. Und im vergangenen Jahr hat es die Stadt auch noch als Standort für eine neue Verdichterstation ins Gespräch gebracht, in der das Gas der geplanten Pipeline „Zeelink“ auf Touren gebracht werden sollte.

All dies hat sich zwischenzeitlich zugunsten der erneuerbaren Energien erledigt.