Aachen: Das Rehmviertel wird umgekrempelt

Aachen: Das Rehmviertel wird umgekrempelt

Alles soll schöner und besser werden im Aachener Nordviertel, das zurzeit als „Soziale Stadt“ aufgepäppelt wird. Was ja auch nötig ist, wurde das Viertel doch in der Vergangenheit arg vernachlässigt.

Ein Hauptanliegen für die Stadt ist die Aufhübschung der sogenannten Rehmplätze, nämlich dem Rehmplatz selbst, dem Oberplatz und dem Wenzelplatz. Eine Summe von 1,2 Millionen Euro wird aufgewendet, um diese Plätze richtig schön zu gestalten. 80 Prozent dieses Geldes kommen von von EU, Bund und Land.

Nicole Meyr, die Leiterin des Stadtteilbüros Aachen-Nord und Annika Kubbilun unterrichteten jetzt die Medien über das Bauvorhaben, das bis Ende 2014 abgeschlossen sein muss, denn sonst bleibt die finanzielle Unterstützung aus.

Besonders hoben die beiden die Bürgerbeteiligung fürs Projekt hervor. Obwohl nur etwa 200 von den 15 000 Einwohnern des Viertels erreicht wurden, bildeten die Wünsche und Vorstellungen derjenigen, die sich beteiligten, den Schwerpunkt der Entwurfsentwicklung. „Die Bürgerbeteiligung ist das Kernstück des Projekts“, bestätigte Linken-Ratsherr Andreas Müller, der gleichzeitig Mitglied der Lenkungsgruppe Aachen-Nord ist. „Ich hoffe, es wird mehr Projekte dieser Art geben.“

Auch die Grüne Inken Tintemann stellt noch einmal heraus, welche Bedeutung die Mitbestimmung an der Umgestaltung der Plätze habe. Bei den Plätzen handele es sich um erweiterte Wohnzimmer der Leute. Deshalb sei es besonders wichtig, dass die Anwohner sich auf den Plätzen wohlfühlen. Dennoch sieht Inken Tintemann das Problem zu vieler Vorstellungen, die berücksichtigt werden sollten:„Es kann nicht jeder Wunsch erfüllt werden.“

Deshalb haben die Planer, unter ihnen das Büro „Planung Freiraum“ aus Berlin, für jeden Platz einen Schwerpunkt gewählt, der je ein paar der vielen Zielgruppen gefallen soll. So soll aus dem Oberplatz und dem Wenzelplatz ein sicheres Spieleparadies mit vielen Möglichkeiten, sich sportlich zu betätigen, werden. Der als trostlos beschriebene Oberplatz wird ins genaue Gegenteil gekehrt.

Der Rehmplatz bietet bald zusätzlich noch eine größere, beliebig nutzbare Fläche. „Diese bietet Raum für Straßenfeste und Märkte, oder auch im Alltag für Kinder zum Fahrrad- und Rollerfahren“, erklärte Annika Kubbilun. Generell gelte: Die Bäume blieben, sie würden nur in ein neues Raumkonzept integriert. Auch bliebe der Kletterfelsen auf dem Wenzelplatz in abgeschwächter Form erhalten. Kritik äußerte Rolf Schäfer, Vertreter der CDU. „ Das erste Sieb zur Filterung der Bürgerbegehren war nicht fein genug“, nicht umsetzbare Wünsche hätten schneller von den Fachkundigen abgewehrt werden müssen.

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