Aachen: Das Projekt „Mein Lousberg“ soll nun rasant in die Höhe wachsen

Aachen : Das Projekt „Mein Lousberg“ soll nun rasant in die Höhe wachsen

Der Boden des ehemaligen Bunkers an der Rütscher Straße ist nach dem lange umstrittenen Abriss des Bauwerkes am Fuße des Lousbergs nun für den modernen Wohnungsbau bereitet. Künftige Mieter waren am Montag bei der Grundsteinlegung vor Ort, um persönliche Gegenstände mit der Zeitkapsel im Fundament ihres neuen Zuhauses „zu versenken“.

Die Sprecherin des Investors, der BPD (Bouwfonds Property Development) mit der Regionalniederlassung Düsseldorf, Tanja Kilger, versicherte den Mietern, ein „Wohnviertel mit eigener Identität“ hier auf dem ehemaligen Bunkergrundstück zwischen Rütscher Straße und Försterstraße schaffen zu wollen. Sie war zufrieden, dass bereits 70 Prozent der rund 82 Wohneinheiten, die auf dem rund 3100 Quadratmeter großen Baugelände bis Ende 2018 geschaffen werden sollen, veräußert seien.

Das Ende 2015 von der Aachener Landmarken AG nach dem Abriss verkaufte Projekt nimmt jetzt Fahrt auf, die Baugrube ist fein säuberlich vorbereitet für den Rohbau, der bis Frühjahr 2018 fertig sein soll. „Da steckt bereits viel Arbeit drin, die man so nicht sieht“, sagte Projektleiterin Anna Kirchner, die das Bauvorhaben vor Ort für die BPD-Gesellschaft betreut.

Gendenktafel soll erinnern

Bezirksbürgermeisterin Marianne Conradt erläuterte den künftigen Eigentümern nochmals das jahrelange Tauziehen um das Gelände. Verschiedene Bürgerinitiativen hatten sich für den Erhalt des historischen Bauwerks, das für das neue Gebiet „Mein Lousberg“ mit rund 7000 Quadratmetern neuer Wohnfläche weichen sollte, eingesetzt.

Und als es für den Erhalt des Bunkers, in dem nach historischen Berichten die Kapitulation Aachens am 21. Oktober 1944 vom Stadtkommandanten Oberst Gerhard Wilck gegenüber den Alliierten schriftlich niedergelegt wurde, zu spät war, gingen die Auseinandersetzungen am ansonsten so friedlichen Lousberg weiter.

Nachbarn hatten am Landgericht im Dezember 2014 ein Sprengverbot für die Betonmauern durchgesetzt, der Abriss musste unter großem Aufwand mit mechanischen Mitteln vorangetrieben werden. Doch es nützte alles nichts, wie auch am Montag Baudezernent Werner Wingenfeld in seiner kurzen Ansprache feststellte: „Es gab Diskussionen, aber jetzt ist es ein gelungenes Projekt“ geworden, das echten städtebaulichen Reiz habe, sagte Wingenfeld und kündigte das Aufstellen einer Gedenktafel an, die an den Bunker erinnern soll.

Die 82 Wohneinheiten des Projekts „Mein Lousberg“ sind zugeschnitten in Größen zwischen 20 und 173 Quadratmetern, die Wohnungen reichen von Ein-Zimmer-Appartements bis zu Penthouse-Wohnungen mit fünf Zimmern, überall sind großzügige Balkone und Terrassen vorgesehen.

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