Aachen: Das Prinzip Assembly: Fairer Umgang miteinander ist ein Ziel

Aachen: Das Prinzip Assembly: Fairer Umgang miteinander ist ein Ziel

An diesem Morgen versammeln sich die Schüler der 7. und 8. Klassen in der Aula der Alkuinschule. Während für die Kinder der anderen Jahrgangsstufen der Unterricht beginnt, starten die Siebt- und Achtklässler mit Assembly (engl. für Versammlung) in den Tag.

Nach dem Vorbild englischer Schulen treffen sich die Schüler einmal im Monat zu einer Versammlung in der Aula. Um eine überschaubare Gruppengröße für die Versammlungen zu haben, werden die Schüler in drei Gruppen unterteilt, und an diesem Tag sind die mittleren Jahrgänge an der Reihe.

Während die Assembly an britischen Schulen vor allem der Informationsvermittlung dient, werden während der Assembly an der Alkuinschule neben organisatorischen Dingen auch wichtige schulische Themen und Probleme besprochen.

Erstaunlich schnell werden die 130 Teenies ruhig, als Lehrer Ernst Kampmeier zu reden beginnt. Heute steht mal wieder ein Dauerthema auf der Tagesordnung: Der Vandalismus in den Jungenklos.

Dazu wollen einige Jungs etwas sagen. Ausreden lassen und nicht lachen, wenn ein anderer Schüler etwas sagt, müssen die Jugendlichen wohl noch etwas üben. Aber gerade dieser faire Umgang miteinander ist ein Ziel, das die Lehrer mit der regelmäßigen Assembly verfolgen.

Rebecca Steinmetz, Klassensprecherin der 9a, findet die Assembly eine gute Sache. „Wir können uns hier selber einbringen und Probleme besprechen”, erklärt die Schülerin. Erste Erfolge zeige das regelmäßige Zusammentreffen auch schon. „Der Schulhof und die Toiletten sind jetzt viel sauberer”, freut sich die Schülerin.

So begeistert sind aber nicht alle Alkuinschüler. „Mich interessiert das nicht sonderlich, was wir hier besprechen. Ich glaube, das geht mehreren so”, erzählt ein Schüler. Aber dennoch muss er eingestehen, dass sich an der Schule seit den Sommerferien, also seit der ersten Assembly, einiges verbessert hat.

„Wir haben den Eindruck, dass sich einiges tut”, resümiert Kampmeier, der neben Ordnung und Sauberkeit vor allem das Sozialverhalten der Schüler im Auge hat. Dazu fallen Lehrerin Monika Arici gleich mehrere Beispiele ein: „In der Mittagspause gibt es viel weniger Konflikte, und Schimpfwörter hören wir jetzt viel seltener.”

Mehr von Aachener Nachrichten