Aachen: Das Ostviertel aufwerten: Neubauten an der Stolberger Straße

Aachen : Das Ostviertel aufwerten: Neubauten an der Stolberger Straße

In der oberen Stolberger Straße, direkt gegenüber dem Neubau der Moschee, wird geklotzt statt gekleckert. Die sechs „Feuerwehrhäuser“ mit 48 Wohnungen sind nun fast abgerissen. Sie waren Anfang der 1960er Jahre etwa zur gleichen Zeit errichtet worden wie die Hauptfeuerwache an der Stolberger Straße, erste Mieter waren nur Brandwehrmänner.

Auch die zehn Garagen, der Kinderspielplatz dahinter und die kleine Fa­brik in direkter Nähe der ehemaligen Förderschule am Kennedypark sind bereits abgerissen.

Die Gewoge errichtet bis zum Herbst nächsten Jahres auf dem Grundstück für 15 Millionen Euro ein neues Wohngebiet, das das Quartier weiter aufwerten soll. Isabel Offermanns, die Projektleiterin der gemeinnützigen städtischen Wohnungsbaugesellschaft, erklärt: „Wir bauen energetisch nach Aachener Standard. Der liegt ganz nah am Passivhausstandard. Deshalb braucht in den 77 entstehenden Wohnungen, die zwischen 50 und 115 Quadratmeter groß sind und zwischen zwei und fünf Zimmern aufweisen, nur wenig geheizt zu werden.“

Die Gebäude werden ans Fernwärmenetz angeschlossen, außerdem wird auch die Lüftungs-Abluft zum Heizen genutzt. Isabel Offermanns: „In die Wohnungen sollen Mieter mit verschiedenen Einkommen einziehen, dadurch wird das Ostviertel weiter aufgewertet.“

Die Wohnungen selbst sind barrierefrei mit einem Aufzug zu erreichen und teilweise behindertengerecht geplant. Und selbstverständlich verfüge jede Wohnung über eine Terrasse, eine Loggia oder einen Balkon.

Das neue Wohngebiet grenzt westlich ans Gebäude der ehemaligen Förderschule Kennedypark in der Elsassstraße und östlich an den Weg, der zur Familiengartenanlage Reichsweg führt und das Geschwister-Scholl-Gymnasium von den neuen Gewoge-Häusern trennt.

Das Baugelände ist 6900 Quadratmeter groß. 44 der 77 Wohnungen werden mit öffentlichen Mitteln vom Land gefördert. „Diese hohe Rate wird nur selten vergeben und ist an Qualitätsmerkmale gebunden“, erläutert Isabel Offermanns. Dies seien beispielsweise Liegendtransportaufzüge, die hochwertige Freiraumplanung und der energetische Standard der Gebäude.

Ein grüner Innenhof dient als Treffpunkt. Der Kleinkinderspielplatz und ein Bolzplatz zeigen, dass dort Familien willkommen sind, genau so wie die großzügige Terrasse, die an den Gemeinschaftsraum angrenzt.

Der Raum wird von der Gewoge eingerichtet und den Bewohnern kostenlos zur Verfügung gestellt. Dort können private oder gemeinsame Feste gefeiert werden. „Mit der Förderung sozialer Beziehungen ist der Wunsch verbunden, funktionierende Nachbarschaftsnetze zu schaffen“, erläutert Gewoge-Objektleiterin Isabel Offermanns.

Nach dem Ende der Abrissarbeiten und der Beseitigung der vielen Trümmersteine wird mit den Neubauarbeiten begonnen. Im Erdgeschoss der Gebäude werden drei Ladenlokale eingerichtet.

Auch ist eine Sozialstation vorgesehen, die 24 Stunden täglich Hilfe und Pflege anbietet. Eine betreute Gruppenwohnung, die aus fünf behindertengerechten Appartements besteht, entsteht ebenfalls. Ferner sind 74 Tiefgaragenplätze vorgesehen.