Ratssitzung schafft Klarheit: Das Neue Kurhaus rückt unters Dach des Eurogress

Ratssitzung schafft Klarheit : Das Neue Kurhaus rückt unters Dach des Eurogress

Sie hat lange gerungen, doch in der Ratssitzung am Mittwoch will die schwarz-rote Ratsmehrheit Klarheit schaffen, wie es mit dem Neuen Kurhaus an der Monheims­allee weitergeht.

Nach der Sitzung des Betriebsausschuss Eurogress am Dienstag zeichnet sich ab, dass die Stadt gut 40 bis 50 Millionen Euro für die Sanierung und neue Ausstattung aufbringen will, um den denkmalgeschützten Bau zu einem weiteren Veranstaltungsort für Kongresse, Tagungen und Seminare unter der Regie des Eurogress auszubauen.

Aus Sicht der SPD — und auch der Linken — ist dieser Schritt seit langem der einzig vernünftige. Deutlich schwerer hat sich angesichts der enormen Sanierungskosten hingegen die CDU getan, die inzwischen aber auch keine vertretbare Alternative mehr sieht.

Denn erledigt hat sich die ursprüngliche Hoffnung, das Spielcasino vom Tivoli zurückzuholen und neben ihm weitere Mieter gewinnen zu können. Erledigt habe sich aber auch die Überlegung, den Bau in Erbpacht privaten Nutzern zu überlassen. Und nur als schöne, aber leere Hülle will man das Neue Kurhaus auch nicht konservieren. Letztlich bleibe somit nur noch die Vergabe ans Euro­gress — was einzig Grüne und Piraten anders sehen und daher auch ablehnen.

Letztere glauben nach wie vor, dass sich die Stadt mit den Umbaukosten übernimmt und das viele Geld etwa im sozialen Wohnungsbau besser angelegt wäre. Auch fürchten sie, dass der wahre Platzbedarf des Eurogress im Neuen Kurhaus nicht gedeckt werden kann.

So hat auch Eurogress-Chefin Kristina Wulf lange Zeit einen neuen Saal für mindestens 1000 Menschen gefordert, inzwischen hält sie jedoch auch einen 500er Saal für ausreichend, wie er im Neuen Kurhaus verwirklicht werden kann. Hat sie ihren Bedarf womöglich nur dem Angebot im Neuen Kurhaus angepasst, wie die Grünen mutmaßen? Und was ist mit der Machbarkeitsstudie vom Architekturbüro Kadawittfeld für einen Eurogress-Anbau im Park?

Die hat immerhin 25.000 Euro gekostet, wurde aber nie öffentlich vorgestellt und diskutiert — sehr zum Ärger der Grünen. Aber auch die CDU fragte am Dienstag nochmals genau nach, ob der Platz im Neuen Kurhaus tatsächlich ausreicht. Unbedingt ausschließen will sie, dass in ein paar Jahren womöglich doch noch ein weiterer millionenschwerer Anbau nötig wird.

Eurogress-Chefin Wulf musste sich am Dienstag noch einige kritische Nachfragen gefallen lassen. Eher unausgegoren erscheint den Politikern bislang etwa das Konzept für eine Club- oder Kleinkunstnutzung im Keller des Neuen Kurhauses. Und auch im Obergeschoss gibt es noch offene Fragen: Müssen tatsächlich alle Büroräume dem Euro­gress überlassen werden, oder können nicht auch noch externe Mieter reingeholt werden?

Die Antworten sollen nun in die „vertiefte Planung“ einfließen, mit der die Verwaltung in der Ratssitzung (Rathaus, Mittwoch ab 17 Uhr) beauftragt werden soll.

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