Aachen: Das Museums-Ticket verspricht viel, wird aber kaum genutzt

Aachen : Das Museums-Ticket verspricht viel, wird aber kaum genutzt

Am 1. August 2012 hat die Aseag gemeinsam mit der Stadt Aachen ein neues Bus-Ticket auf den Markt gebracht. Kultur ohne lästige Parkplatzsuche lautete damals das Credo. Mit dem Museums-Ticket ist es Kulturinteressierten möglich, ein Aachener Museum nach Wahl zu besuchen und die Hin- und Rückfahrt mit dem Bus zu bewerkstelligen. Doch wer nutzt das Ticket überhaupt?

Das Ticket kostet den erwachsenen Museumsbesucher derzeit 6,10 Euro inklusive Busfahrt, Kinder zwischen 15 und 17 Jahren zahlen 5,10 Euro und Kinder zwischen sechs und 14 Jahren 4,10 Euro.

Eigentlich ein gutes Angebot, wenn man mal bedenkt, dass die Eintrittspreise pro Museum inzwischen regulär sechs Euro betragen — ohne Busfahrt. Dennoch kommt das Ticket auch viereinhalb Jahre später nicht so gut an, wie anfangs gedacht. Im Jahr 2016 wurde es lediglich 50 Mal verkauft. „Es ist leider nicht besonders erfolgreich“, sagt Jutta Göricke vom Fachbereich Presse und Marketing der Stadt Aachen.

Als das Ticket im Jahr 2012 auf den Markt kam, habe es eine entsprechende Kampagne gegeben, so Göricke weiter. Zudem werde das Ticket sowohl auf allen Webseiten der Museen und der städtischen Seite als auch auf der Homepage der Aseag beworben. Sehr viel genützt hat die Werbung bislang allerdings nicht.

Das Angebot wurde eingeführt, „weil wir immer bestrebt sind, die Erreichbarkeit der Museen zu optimieren“, sagt Göricke. „Wir wollen daher viele Angebote für die Bürger schaffen, und da gehören Kooperationen beispielsweise mit der Aseag dazu.“ Das sei auch die Erklärung dafür, dass der Besucher bei diesem Ticket im Vergleich zum regulären spare. Da seit dem 1. Oktober 2016 aber alle Jugendlichen bis 21 Jahre kostenfreien Zutritt zu den Museen haben, kommt das Museums-Ticket für sie wohl kaum noch in Frage.

Bald neue Preise?

Umfasst wird darin jedenfalls jeweils der Eintrittspreis für das Centre Charlemagne, das Ludwig Forum für internationale Kunst, das Suermondt-Ludwig-Museum, das Couven-Museum, das Internationale Zeitungsmuseum, das Zollmuseum Friedrichs oder das Rathaus der Stadt Aachen. „Der Preis setzt sich zusammen aus einem rabattierten Ticketpreis für die Aseag und einem rabattierten Eintrittspreis für das Museum“, sagt Paul Heesel, Sprecher der Aseag.

„Wie groß der Rabatt für den Einzelnen ist, hängt davon ab, ob er schon eine Zeitkarte für die Aseag hat, wie weit er fährt, ob er die Familienkarte nutzt, ob das Museum vielleicht gerade einen Tag mit freiem Eintritt hat und so weiter“, so Heesel. Das Museums-Ticket berechtigt zur An- und Abreise bis Betriebsschluss mit allen Bussen und Bahnen im jeweiligen Geltungsbereich, also entweder in der Stadt Aachen oder in der Städteregion Aachen.

„Das bedeutet, wenn ich von Aachen nach Aachen ins Museum fahre, nehme ich den Tarif ,Stadtgebiet Aachen‘. Wenn ich von den anderen Kommunen der Städteregion anreise, dann nehme ich das ,Städteregions-Ticket‘“, sagt Heesel. Die Tickets, die für die gesamte Städteregion gelten, sind etwas teurer. Erwachsene zahlen beispielsweise 8,30 Euro.

Zurzeit gibt es laut Heesel Gespräche zwischen Stadt und Aseag über die Preisgestaltung des Tickets, da sowohl die Tarife im AVV als auch die Eintrittspreise der Aachener Museen kürzlich erhöht worden sind. Wann die neuen Preise in Kraft treten, steht bislang jedoch noch nicht fest. Das Museums-Ticket bleibt dennoch nach wie vor im Angebot.