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Hilfe für den Dom: Das Münster wurde aufs Spiel gesetzt

Hilfe für den Dom : Das Münster wurde aufs Spiel gesetzt

Im Laufe seiner Amtszeit als Oberbürgermeister hat Marcel Philipp womöglich die verschiedensten Auszeichnungen erhalten. Auf eine hätte er mit Sicherheit gerne verzichtet: die rote Laterne. Denn bei der 28. Auflage des Aachener Domskatturniers landete der OB auf dem letzten Rang. „Das hat es so noch nicht gegeben“, erklärt Organisator Jochen Schulte grinsend.

Aachen Philipp habe die rote Laterne aber mit Humor entgegengenommen, ergänzt Schulte. Beim „Dieter-Schulte-Gedächtnis-Turnier“ messen sich jährlich über 100 prominente Persönlichkeiten aus den Bereichen Kultur, Sport, Kirche und Politik im Skat, Doppelkopf oder Knobeln miteinander. Es seien „keine deutschlandweiten, aber Aachener Prominente“, betont Schulte. Darunter befinden sich nicht nur Neulinge des Kartenspiels, sondern auch gleich mehrere Skat-Weltmeister. Gespielt wurde übrigens bereits im Oktober vergangenen Jahres in den Räumen der Offiziersheimgesellschaft „Gut Neuhaus“, also lange bevor die Corona-Pandemie Aachen erreichte.

Der eigentliche Gewinner

Die damaligen Sieger hat der Organisator in der Zwischenzeit zum Teil schon wieder vergessen. Vielleicht auch deshalb, weil der eigentliche Gewinner des Abends bereits vor Beginn feststand: der Aachener Dom. Traditionell fließen alle gesammelten Gelder nämlich direkt in seine Erhaltung. Jetzt übergab Schulte einen Scheck in Höhe von knapp 8000 Euro an Dompropst Rolf-Peter Cremer. Beim Großteil der Summe handelt es sich um Spendengelder, doch es gilt auch: Wer verliert, blecht – zumindest einen kleinen Obolus. Über 200.000 Euro brachte das Domskatturnier in den letzten drei Jahrzehnten insgesamt ein.

Für die Taufkapelle

Dass das Turnier zugunsten des Hohen Doms zu Aachen gespielt wird, ist historisch bedingt. Als Dieter Schulte und Egidius Braun im Jahr 1992 die erste große Aachener Skat-Runde eröffneten, wurde zeitgleich der Dom grundsaniert. Und auch jetzt gebe es immer wieder Sanierungsmaßnahmen, erklärt Dompropst Cremer. So komme die diesjährige Spende der Erhaltung der Taufkapelle zu Gute.

Unterstützt wird die Organisation des Turniers auch durch das Ausbildungszentrum Technik Landsysteme der Bundeswehr. „Für uns ist das immer ein Highlight“, sagt Kommandeur Klaus-Dieter Cohrs. Ob dieses Highlight auch im Jahr 2020 stattfindet, ist wegen der besonderen Umstände noch offen. Oberbürgermeister Marcel Philipp wird es hoffen; ansonsten wird er ein weiteres Jahr lang Besitzer der roten Laterne bleiben.