Aachen: Das Marienhospital stellt die Weichen für die Zukunft

Aachen: Das Marienhospital stellt die Weichen für die Zukunft

Die Katholische Stiftung Marienhospital Aachen hat ihren Masterplan 2020 der Öffentlichkeit präsentiert. „Dabei geht es uns konkret um die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit, die Anpassung an den demografischen Wandel und die Basis der christlichen Werte“, betont Professor Bernd Mathieu.

Er ist Mitglied des Kuratoriums der Katholischen Stiftung Marienhospital Aachen und Chefredakteur der Aachener Zeitung/Aachener Nachrichten. Gemeinsam mit Rolf-Leonhard Haugrund, geschäftsführender Vorstand der Stiftung, und Monsignore Heribert August, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung, hat Mathieu die Planungen für die kommenden sechs Jahre erläutert: „Das Kuratorium als oberstes Leitungsorgan der Stiftung fungiert dabei wie ein Aufsichtsrat. Der Masterplan bildet den roten Faden für die Unternehmensführung, den Kompass für die nächsten Jahre.“

Der „Fahrplan“ für die Zukunft sei in den vergangenen anderthalb Jahren erarbeitet worden. „Er ist Bilanz und Ausblick zugleich und beinhaltet in acht Handlungsfeldern konkrete Schritte und Maßnahmen“, sagt August. Eine Marktanalyse und Interviews mit den Mitarbeitern seien vorausgegangen.

„Der Masterplan bildet die Grundlage aller Entscheidungen für die nächsten sechs Jahre. Eingebunden sind nicht nur der demografische Wandel und die Situation in der Pflege, sondern auch flexiblere Arbeitszeitmodelle zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die interdisziplinäre Zusammenarbeit, die Aus-, Weiter- und Fortbildung sowie ein steigender Anteil an Migranten“, erklärt Haugrund.

Natürlich spiele auch der Wettbewerb eine Rolle. In den vergangenen Jahren investierte die Stiftung in Neubauten, Ausstattung und Personal. Auf dem Innenparkgelände entsteht ein zusätzlicher Bettentrakt. Innerhalb der 321 ausgewiesenen Betten wird es 90 Wahlleistungsbetten mit höchstem Komfort auf drei interdisziplinären Stationen geben.

Mit rund 13.500 stationären und 6500 ambulanten Patienten sowie insgesamt rund 50.000 durch die Stiftung betreuten Menschen ist das „Marien“ ein großes Unternehmen. 1100 Beschäftigte sind in allen Bereichen für das Wohl der Patienten im Dienst.

Professor Dr. med. Thomas Möllhoff, Ärztlicher Direktor des Marienhospitals, gab auch einen Einblick in die Pläne im medizinischen Bereich: „Das Brust-Centrum soll ein eigenständiger Fachbereich, die Geburtshilfe stärker positioniert werden. Die Intensivmedizin bekommt einen neuen Standort und ist dann ideal vernetzt zwischen der Notaufnahme und den Operationssälen.“ Die Onkologie und die Geriatrie seien weitere Schwerpunkte.

„Unser Konzept ist, Menschen von der Geburt bis hin zu einem würdevollen Sterben zu begleiten“, betont Möllhoff.

Stabsstelle Ethik

Zu den Einrichtungen der Stiftung gehören neben dem Krankenhaus auch die Rehaklinik „An der Rosenquelle“, die Seniorenzentren St. Severin und Marienheim, das Servicezentrum Häusliche Pflege, das Zentrum für Gesundheitsförderung sowie das Marienwohnstift Aachen. „Immer steht der Mensch im Mittelpunkt“, unterstreicht Haugrund. Sehr am Herzen liege ihm und allen Beteiligten die neu geschaffene Stabsstelle Ethik.

Ein promovierter Theologe ist seit Juli 2013 als Berater für konkrete Einzelfälle, die Fortbildung der Mitarbeiter sowie Seelsorge, Trauer- und Sterbebegleitung im Krankenhausalltag zuständig. „Dieser Mitarbeiter ist religionsübergreifend für alle da, betreibt eine Art Flurseelsorge, fängt auch unsere Mitarbeiter auf und ist Gesprächspartner für alleinstehende, ältere Menschen“, zählt Haugrund auf.

Ein erster Erfolg im Rahmen des Masterplans konnte übrigens schon gefeiert werden: Die Zahl der Ausbildungsplätze wurde zu Beginn des Jahres erweitert und die Teilzeitausbildung kommt Alleinerziehenden entgegen.

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